Bentley Supersports: Spektakuläre Dreharbeiten im Crewe-Werk
Bentley schloss sein Werk für einen Hochgeschwindigkeitsfilm mit dem Supersports und Travis Pastrana. Erfahren Sie mehr über die Modifikationen und die Dreharbeiten.
Bentley hat sein gesamtes Werk in Crewe erstmals komplett geschlossen, um eines der ambitioniertesten Projekte seiner Geschichte zu filmen – Supersports: FULL SEND mit Travis Pastrana am Steuer. Auf dem abgeriegelten Werksgelände erreichte der Wagen bis zu 193 km/h und fuhr dabei nur wenige Zentimeter entfernt von Gasleitungen, Glasfaserkabeln und der Hauptstromversorgung des Werks.
Hinter den spektakulären Aufnahmen steckte eine streng kontrollierte Operation. Die Dreharbeiten dauerten zwar nur drei Tage, erforderten aber umfangreiche Vorbereitungen mit mehr als 100 Beteiligten. Ingenieure, Kamerateams, Sicherheitspersonal, Sanitäter und Feuerwehr arbeiteten zusammen, um jede Szene im Voraus zu choreografieren und trotz der extremen Fahrmanöver sowohl das Werk als auch das Personal zu schützen.
Im Zentrum des Projekts stand ein stark modifizierter Supersports. Anders als die Serienversion fuhr das Auto mit dauerhaft abgeschaltetem Stabilitätsprogramm, einem neu kalibrierten elektronischen Sperrdifferential und spezieller Software für stehende und rollende Burnouts. Eine wichtige Ergänzung war eine vollintegrierte hydraulische Handbremse, mit der Pastrana präzise Drifts durch enge Werkskurven einleiten konnte. Unter dem Wagen wurden Titan-Schleifleisten montiert, die in den finalen Filmszenen für die Funken sorgten.
Der neue Supersports selbst sticht bereits in Bentleys Modellpalette hervor. Das Unternehmen bestätigt 666 PS, Hinterradantrieb und eine streng limitierte Auflage von 500 Exemplaren, die alle bereits verkauft sind. Die Produktion ist für Ende 2026 geplant, die Auslieferungen beginnen Anfang 2027. Der Filmwagen wird nach Auftritten bei Veranstaltungen im Laufe des Jahres später in die Bentley Heritage Collection übergehen.
Die Beteiligung von Travis Pastrana spiegelt die Ausrichtung des Projekts wider. Der für seine Erfolge im Rallyesport, bei den X Games und im Gymkhana-Stil bekannte Fahrer bringt die präzise Kontrolle mit, die für diese Art von Performance erforderlich ist. Intern bezeichnete Bentley das Konzept als „Pymkhana“ – eine Verbindung des Gymkhana-Formats mit Pyms Lane, der Adresse des Crewe-Werks.
Der Film dient dem Unternehmen auch als erzählerisches Element. Er enthält zwölf versteckte Easter Eggs, die von historischen Modellen wie dem Le-Mans-Sieger Speed 8 und dem R-Type Continental von 1953 bis hin zu zukunftsweisenden Elementen wie einem neuen Bentley-BEV und dem EXP-15-Designkonzept reichen. Gemeinsam verbinden sie Bentleys Erbe mit der künftigen Ausrichtung.
Diese Richtung wird durch die Beyond100+-Strategie des Unternehmens definiert, die darauf abzielt, Bentley im kommenden Jahrzehnt zu einer vollständig elektrischen Modellpalette zu führen. Die Einbeziehung künftiger Elektromodelle im Film zeigt, wie Performance-Storytelling und langfristige Transformation zu einer einzigen Botschaft verschmelzen.
Trotz der Komplexität der Dreharbeiten blieb der Schaden minimal – lediglich ein abgebrochener Außenspiegel. Nach der Premiere trat der Wagen weiter bei öffentlichen Veranstaltungen auf, darunter beim FAT Ice Race, wo er für eisige Bedingungen angepasst wurde.
Am Ende steht FULL SEND mehr als nur ein Hochgeschwindigkeitsfilm. Er vereint Ingenieurskunst, Fertigung und Storytelling in einer aktiven Werksumgebung – ein Ausmaß an Umsetzung, das Bentley zuvor noch nicht demonstriert hatte.
Mark Havelin
2026, Apr 04 11:36