Opel Elektroautos können externe Geräte mit bis zu 3,6 kW versorgen

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Opel führt Vehicle-to-Load (V2L) in Modellen wie Astra Electric ein: Nutzen Sie Ihr E-Auto als Stromquelle für E-Bikes oder Haushaltsgeräte ohne Steckdose.

Opel macht seine Elektroautos zu mobilen Stromquellen: Neue Modelle können jetzt externe Geräte direkt versorgen und liefern über Vehicle-to-Load-Technologie (V2L) bis zu 3,6 kW. In der Praxis heißt das, dass keine herkömmliche Steckdose mehr nötig ist – der Strom kommt direkt aus der Fahrzeugbatterie.

Die Funktion wird in einem breiten Modellangebot eingeführt. Neben dem aktualisierten Astra Electric und Astra Sports Tourer Electric ist sie im Grandland Electric, Mokka Electric, Corsa Electric und Combo Electric verfügbar. Alle Modelle nutzen einen integrierten bidirektionalen Ladegerät, während externe Geräte über einen speziellen Adapter angeschlossen werden, der den Ladeanschluss in eine normale Haushaltssteckdose verwandelt.

Dies ist keine theoretische Funktion, sondern eine für den Alltag konzipierte. Opel hebt praktische Szenarien hervor, etwa das Laden von E-Bikes auf einem Campingplatz, das Betreiben eines Elektrogrills oder den direkten Anschluss eines Staubsaugers ans Auto. Vergleichbare Systeme von Hyundai und Kia arbeiten mit ähnlichen Leistungen von bis zu 3,6 kW und werden für Haushaltsgeräte wie Fernseher oder Klimaanlagen genutzt, was den praktischen Charakter der Technologie unterstreicht.

Die Einführung von V2L in Serienmodellen spiegelt einen breiteren Wandel wider, wie Elektrofahrzeuge positioniert werden. Sie sind nicht mehr nur auf Mobilität beschränkt, sondern fungieren zunehmend als Teil eines lokalen Energiesystems. Anders als komplexere Lösungen wie V2H oder V2G, die eine Integration in Häuser oder Stromnetze erfordern, funktioniert V2L direkt und ohne zusätzliche Infrastruktur.

Gleichzeitig wurde der Astra Electric selbst verbessert. Das Kompaktmodell verfügt über einen 115 kW (156 PS) starken Elektromotor und eine 58 kWh Batterie, die bis zu 454 Kilometer Reichweite nach WLTP bietet – etwa 35 Kilometer mehr als zuvor. Damit bleibt seine Hauptfunktion als Alltagsfahrzeug trotz der Rolle als Stromquelle gewahrt.

Die technischen Spezifikationen variieren in der Modellpalette. Größere Modelle wie Astra, Grandland und Combo haben serienmäßig ein 11 kW Dreiphasen-Ladegerät mit bidirektionaler Fähigkeit. Kleinere Autos wie der Mokka Electric und Corsa Electric nutzen eine 7,4 kW Einphasen-Einheit, wobei eine leistungsstärkere Option verfügbar ist.

Opel verstärkt sein Elektroangebot zudem mit dem Electric All In-Paket. Es umfasst eine eProWallbox Move für das Laden zu Hause, Routenplanungsdienste und acht Jahre Pannenhilfe und mobile Ladeunterstützung, zusammen mit einer Batteriegarantie von bis zu acht Jahren oder 160.000 Kilometern, die mindestens 70% der ursprünglichen Kapazität sicherstellt.

Im breiteren Markt folgt Opels Schritt einem klaren Trend. V2L ist bereits in mehreren Konkurrenzmodellen vorhanden, und seine Ausweitung auf Volumensegmente deutet darauf hin, dass es zu einem Standardfeature wird. Für Nutzer bedeutet dies einen einfachen, aber bedeutsamen Wandel – von einem Fahrzeug, das rein für den Transport dient, zu einem, das auch als flexible Energiequelle dienen kann.

Mark Havelin

2026, Apr 09 19:44