Bugatti Tourbillon setzt mit Textilien neuen Maßstab für Individualisierung

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Erfahren Sie, wie Bugatti im Tourbillon erstmals Mode-inspirierte Textilien einsetzt und mit CMF-Technologie maßgeschneiderte Interieurs für Hypercars schafft. Entdecken Sie Innovationen in Materialien und Personalisierung.

Bugatti führt erstmals Textilien in ein Hypercar-Interieur ein – und behandelt sie nicht als Experiment, sondern als neuen Maßstab für Individualisierung im Tourbillon. Neben klassischem Leder und Carbonfasern umfasst die Materialpalette nun Mode-inspirierte Stoffe, etwa ein handgewebtes Textil aus Kyoto mit metallischen Fäden und Streifen aus Washi-Papier.

Diese Entwicklung wird durch die Color, Material and Finish (CMF)-Disziplin des Unternehmens vorangetrieben, die jedes visuelle und haptische Element des Fahrzeugs definiert. Im Tourbillon geht CMF über die bloße Auswahl von Optionen hinaus und schafft individuelle Lösungen für jeden Kunden, darunter komplett personalisierte Stoffe, Muster und Oberflächen, die nur einmal existieren.

Bugatti Tourbillon / bugatti.com

Diese Entwicklung spiegelt eine breitere Rolle wider, die CMF bereits in der Automobilindustrie spielt, wo es Markenwahrnehmung und gefühlten Wert prägt. Bugatti wendet diese Logik auf dem Hypercar-Niveau an, einem Segment, das traditionell von etablierten Luxusmaterialien dominiert wird. Die Einführung von Textilien, die mit Spezialisten aus der Modebranche entwickelt wurden, signalisiert einen Versuch, diese Grenzen zu erweitern.

Der Prozess wird von CMF-Leiterin Sabine Consolini geleitet, wobei die Entwicklung zwischen dem Bugatti-Atelier in Molsheim und dem Designstudio in Berlin stattfindet. Kunden werden zu privaten Konfigurationssitzungen eingeladen, bei denen jedes Element als Teil einer einheitlichen Komposition behandelt wird. Die Optionen reichen von signifikanten Bugatti-Stoffen mit dezenten EB-Monogrammen bis hin zu völlig maßgeschneiderten Kreationen, die nur für einen einzigen Besitzer entworfen werden.

Trotz des Experiments hält Bugatti an einer strengen Materialphilosophie fest: Alles ist echt. Leder wurde durch einen neuen Gerbprozess weiterentwickelt, um mehr Weichheit zu erreichen, während Aluminium sowohl im Innen- als auch im Außenbereich eine wichtige Rolle spielt. Das Instrumentencluster, das in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Uhrenhersteller Concepto entstand, besteht aus über 650 Teilen und folgt traditionellen horologischen Prinzipien.

Glas spielt ebenfalls eine neue Rolle. Die Mittelkonsole wird aus einem einzigen Stück gefertigt und in mehreren Farbvarianten angeboten. Dies erforderte fortschrittliche Formgebungstechniken und eine enge Zusammenarbeit mit Materialspezialisten, was sie zu einem der komplexesten Elemente im Innenraum macht.

Der Tourbillon selbst stellt einen bedeutenden Schritt für Bugatti dar. Angetrieben von einem Saug-V16, der mit Cosworth entwickelt wurde und von einem Hybridsystem unterstützt wird, leistet er rund 1.800 PS, wobei die Produktion auf 250 Einheiten begrenzt ist. Vor diesem Hintergrund wird die Personalisierung zu einem Kernbestandteil des Fahrzeugs, nicht nur zu einer optionalen Funktion.

Bugatti Tourbillon / bugatti.com

Bugatti hat bereits maßgeschneidertes Design durch sein Sur-Mesure-Programm erforscht, das einzigartige Chiron-Modelle mit handgemalten Grafiken und historischen Referenzen hervorgebracht hat. Der Tourbillon erweitert diesen Ansatz noch weiter – er verlagert die Individualisierung von Farbe und Dekoration hin zu den Materialien selbst.

Das Ergebnis ist eine Neuausrichtung des Hypercars. Die Technik bleibt zentral, doch Handwerkskunst und Design gewinnen gleiches Gewicht und verwandeln jedes Fahrzeug in ein persönliches Objekt, das von den Prinzipien der Haute Couture geprägt ist.

Mark Havelin

2026, Apr 11 05:15