Donut Labs serienreife Festkörperbatterie für die Verge TS Pro: 5-Minuten-Ladung und extreme Haltbarkeit

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Donut Lab bringt 2026 eine serienreife Festkörperbatterie für die Verge TS Pro: 400 Wh/kg, ~5 Min Vollladung, bis 100.000 Zyklen, hohe Sicherheit und langlebig

Donut Lab, ein noch junges, aber zunehmend sichtbares Unternehmen im E-Mobilitätssegment, sorgt Anfang 2026 für Aufhorchen: Nach eigenen Angaben hat es eine serienreife Festkörperbatterie auf den Markt gebracht. Dabei handele es sich nicht um einen Demonstrator oder ein Pilotprojekt, sondern um eine Technologie, die bereits für die Großserienfertigung vorbereitet ist.

Das Unternehmen ist aus dem Ökosystem von Verge Motorcycles hervorgegangen und wurde als eigenständige Firma gegründet, um zentrale EV-Technologien zu skalieren. Bekannt wurde Donut Lab mit dem radnabenintegrierten Donut Motor, der klassische Antriebsstränge ersetzt und die E-Motorräder von Verge antreibt. Die Batteriemeldung ist der nächste Schritt, um eines der hartnäckigsten Themen der Elektromobilität anzugehen.

Die Festkörperbatterie kombiniere mehrere Eigenschaften, die selten zusammenkommen, so Donut Lab: eine Energiedichte von 400 Wh/kg, eine Vollladung in rund fünf Minuten ohne das übliche 80-Prozent-Limit, eine Lebensdauer von bis zu 100.000 Ladezyklen sowie hohe thermische Robustheit. Demnach behält der Akku bei −30 °C mehr als 99 Prozent seiner Kapazität und arbeitet bis 100 °C weiter. Das Fehlen flüssiger Elektrolyte wird als zentrales Sicherheitsplus herausgestellt.

Erstes Serieneinsatzgebiet soll die überarbeitete Verge TS Pro sein. Verge und Donut Lab stellen in Aussicht, dass sie mit Auslieferungsbeginn im ersten Quartal 2026 das weltweit erste Serien-EV mit einer reinen Festkörperbatterie wird. Die bisherige TS Pro nutzte ein konventionelles Lithium-Ionen-Pack, bot etwa 217 Meilen Reichweite im Stadtbetrieb und lud in unter 35 Minuten.

Mit dem neuen Akku soll die Standardreichweite auf ähnlichem Niveau bleiben. Eine größere Batterievariante, die in denselben Bauraum passt, könne die Reichweite jedoch auf bis zu 370 Meilen strecken. Die Ladezeiten sollen unter zehn Minuten fallen – bewusst so ausgelegt, heißt es, dass Fahrende trotzdem eine kurze Pause einlegen können.

Donut Lab betont zudem Aspekte der Fertigung. Demnach kommen keine seltenen oder geopolitisch sensiblen Materialien zum Einsatz, und die Produktion sei bereits im Gigawattstunden-Maßstab möglich. Die genaue Chemie wird nicht offengelegt; die Technologie werde jedoch als kostengünstiger als herkömmliche Lithium-Ionen-Lösungen positioniert.

Während die meisten Festkörperprojekte noch auf Validierung und Prototypen beschränkt sind, stechen Donut Labs Aussagen heraus. Die Latte liegt hoch: Sollten sich die Spezifikationen im Alltag bewähren, könnte das die Erwartungen an Ladegeschwindigkeit und Haltbarkeit neu justieren. Bis dahin richtet sich der Blick auf Anfang 2026, wenn die ersten Fahrzeuge mit diesen Batterien auf öffentliche Straßen kommen sollen.

Mark Havelin

2026, Jan 05 18:45