Rivian 2025: Auslieferungen sinken – R2 im Fokus
Rivian verzeichnet 2025 18 % weniger Auslieferungen; wegfallende US-Steuergutschriften drücken die Nachfrage. R2-Crossover ab 2026 soll das Wachstum beleben.
Rivian hat das Jahr 2025 mit einem deutlichen Rückgang bei den Auslieferungen abgeschlossen – ein klarer Bruch mit der Rekordfahrt zwölf Monate zuvor. Insgesamt gingen im Jahresverlauf 42.247 Elektrofahrzeuge an Kundinnen und Kunden, 18 Prozent weniger als 2024. Besonders sichtbar wurde die Flaute im vierten Quartal: Mit 9.745 Einheiten lag Rivian rund 3.500 Fahrzeuge unter dem Niveau des vorangegangenen Quartals.
Für den Markt kam der Dämpfer nicht unerwartet. Im September verlor Rivian den Zugang zu den US‑Bundessteuergutschriften für E‑Autos, die die Nachfrage zuvor spürbar gestützt hatten. Da der R1T‑Pickup und das R1S‑SUV am oberen Ende der Preisskala unterwegs sind, drückte das Wegfallen der Förderung spürbar auf die Verkäufe – zumal die Lust auf hochpreisige Stromer insgesamt nachließ.
Vor diesem Hintergrund ruht viel Hoffnung auf dem nächsten Modell, dem R2. Der kommende Crossover soll die Marke breiter aufstellen und den Wachstumskurs wiederbeleben. Als mittelgroßes Elektro‑SUV positioniert, soll der R2 bei rund 45.000 US‑Dollar starten und damit deutlich unter der aktuellen Rivian‑Palette liegen; die ersten Auslieferungen sind für die erste Jahreshälfte 2026 vorgesehen.
Mit dem R2 wagt Rivian erstmals gezielt den Schritt in ein erschwinglicheres, auf Stückzahlen ausgerichtetes Segment. Das Unternehmen stellt mehrere Antriebsvarianten in Aussicht und visiert damit Wettbewerber wie das Tesla Model Y direkt an. Parallel hat Rivian 2025 die Fertigung gestrafft und Kosten gesenkt – Maßnahmen, die für den Markterfolg des R2 entscheidend sein dürften.
Derzeit liefert Rivian weiterhin ausschließlich in Nordamerika aus, doch das Interesse am R2 reicht darüber hinaus. In Europa wird das Modell später erwartet; aktuell deuten die Hinweise auf 2027 hin, konkrete Daten zu den Spezifikationen für die europäischen Märkte stehen jedoch noch aus.
Da staatliche Anreize auslaufen und starke Verbrenner wieder mehr Aufmerksamkeit bekommen, rückt der E‑Auto‑Markt in eine anspruchsvollere Phase. Für Rivian wird das kommende Jahr zum Prüfstein, ob die Strategie auch ohne jene Stützen trägt, die die frühe Nachfrage befeuert haben. Mehr Klarheit dürfte es geben, wenn das Unternehmen im Februar die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vorlegt.
Allen Garwin
2026, Jan 06 04:33