Hans Herrmann ist tot: Porsche und Mercedes würdigen die Motorsport-Legende

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Nachruf auf Hans Herrmann (1928–2026): Porsche- und Mercedes-Legende, Le-Mans-Sieger 1970. Karrierehöhepunkte, Triumphe und sein Vermächtnis im Motorsport.

Hans Herrmann, eine der prägenden Persönlichkeiten des internationalen Motorsports der Nachkriegszeit, ist am 9. Januar 2026 im Alter von 97 Jahren verstorben. Sein Tod wurde offiziell von Porsche und Mercedes-Benz bekannt gegeben – den beiden Herstellern, mit denen seine Rennkarriere am engsten verbunden war. Das unterstreicht seinen Rang in der Motorsportgeschichte.

Geboren am 23. Februar 1928 in Stuttgart, stieg Herrmann Anfang der 1950er-Jahre in den Motorsport ein und profilierte sich schnell als vielseitiger und verlässlicher Fahrer. 1954 wechselte er ins Mercedes-Benz-Werksteam und wurde Teil der legendären Silberpfeil-Ära. Im Formel-1-Mercedes W 196 R und in Sportwagenrennen zeigte er Tempo und technisches Gespür – an der Seite von Teamkollegen wie Juan Manuel Fangio.

Beim Großen Preis von Frankreich 1954 in Reims fuhr Herrmann die schnellste Runde in der Comeback-Saison von Mercedes-Benz nach der Rückkehr in den Grand-Prix-Sport. In diesem Jahr stand er zweimal auf dem Podium: als Dritter beim Großen Preis der Schweiz und erneut beim AVUS-Rennen in Berlin. 1955 wurde seine Formel-1-Laufbahn jäh unterbrochen: Bei Trainingsfahrten zum Grand Prix von Monaco verletzte er sich schwer und musste längere Zeit pausieren.

Nach dem Rückzug von Daimler-Benz aus dem Werksrennsport Ende 1955 setzte Herrmann seine Laufbahn in einem breiten Spektrum fort. Er startete in der Formel 1 und Formel 2, im Sportwagensport, bei Rallyes und Langstreckenrennen – und erarbeitete sich den Ruf eines der anpassungsfähigsten Piloten seiner Generation. Viele seiner größten Erfolge errang er am Steuer von Porsche-Rennwagen.

Zu seinen bedeutendsten Siegen zählen der Gesamterfolg bei der Targa Florio 1960 und der Triumph bei den 24 Stunden von Daytona 1968. Den entscheidenden Meilenstein seiner Karriere setzte er 1970 mit dem Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans im Porsche 917K. Es war der erste Le-Mans-Gesamterfolg für Porsche und ein Markstein der Langstrecken-Geschichte. Nach diesem Triumph beendete Herrmann seine aktive Laufbahn – ein Abschluss, der passender kaum sein könnte.

Auch nach dem Rückzug blieb Herrmann dem Sport eng verbunden. Über viele Jahre war er als Heritage-Markenbotschafter für Mercedes-Benz tätig, nahm regelmäßig an historischen Fahrveranstaltungen teil und blieb eine feste Größe in der Klassik-Szene des Motorsports.

Herrmanns Tod markiert das Ende einer Ära. Dass sowohl Porsche als auch Mercedes-Benz ihm die Ehre erwiesen, zeigt seinen besonderen Status: ein Fahrer, der bei zwei der prägendsten Marken der Automobilgeschichte Spuren hinterlassen hat – eine Konstellation, die es nur selten gibt.

Mark Havelin

2026, Jan 10 16:24