Tesla verstärkt Full Self-Driving Tests in China mit Ingenieurs-Offensive
Tesla startet in Shanghai eine Einstellungsoffensive für Ingenieure, um Full Self-Driving in China zu testen und zu validieren. Lesen Sie mehr über die Vorbereitungen.
Tesla verstärkt die Vorbereitungen für die Einführung von Full Self-Driving in China. Dazu startet das Unternehmen in Shanghai eine Einstellungsoffensive für Ingenieure, die seine intelligenten Fahrassistenzsysteme testen sollen. Die Stellenanzeige vom 13. Februar beschreibt Aufgaben, die weit über die reine Büroarbeit hinausgehen: Die Bewerber sollen Prototypfahrzeuge betreuen, Versuche auf Testgeländen und öffentlichen Straßen durchführen sowie zu Validierungszwecken durch China – und möglicherweise auch international – reisen. Der Arbeitsort ist Lingang, wo sich die Gigafactory Shanghai befindet.
Von den Kandidaten werden fundierte Kenntnisse in Python, C/C++ und MATLAB erwartet, ebenso wie Erfahrung bei der Diagnose von Software- und Hardwarefehlern. Besonders relevant sind Vorkenntnisse in den Bereichen ADAS, Straßentests oder der Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen. Erfahrung in der Mikrocontroller-Entwicklung und sogar eine Leidenschaft für Motorsport gelten als Pluspunkte – ein Hinweis darauf, dass die Stelle praxisorientiert und leistungsbezogen ausgerichtet ist.
Dieser Schritt baut auf Entwicklungen aus dem Jahr 2024 auf, als die Shanghaier Behörden Tesla erlaubten, mit zehn Fahrzeugen Pilotstraßentests seiner fortschrittlichsten autonomen Fahrsoftware im Gebiet Nanhui durchzuführen. Diese begrenzte Genehmigung markierte einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer breiteren Einführung im weltweit größten Elektrofahrzeugmarkt. Die Erweiterung der Ingenieurskapazitäten in der Nähe der Shanghaier Fabrik deutet darauf hin, dass das Unternehmen von der anfänglichen Pilotgenehmigung nun in eine intensivere Phase der Lokalisierung und Validierung übergeht.
Automatisierte Fahrsysteme unterliegen in China einer strengen regulatorischen Aufsicht. Autohersteller müssen nationale Sicherheitsstandards einhalten sowie strenge Vorschriften zur Datenverarbeitung beachten, einschließlich Speicherung und grenzüberschreitendem Datentransfer. Auch die Einführung solcher Funktionen – einschließlich Over-the-Air-Softwareupdates – bedarf einer behördlichen Genehmigung. Vor diesem Hintergrund erscheinen lokalisierte Tests und eine Anpassung an die chinesische Straßeninfrastruktur unerlässlich, bevor eine umfassendere Zertifizierung erreicht werden kann.
Die strategische Logik ist eindeutig: China bleibt der weltweit größte E-Auto-Markt, und der Wettbewerb im Bereich des intelligenten Fahrens verschärft sich zunehmend, da einheimische Autohersteller und Technologieunternehmen ihre eigenen fortschrittlichen Fahrassistenzsysteme ausbauen. Für Tesla könnte eine erfolgreiche Anpassung von Full Self-Driving an die chinesischen Anforderungen die Wettbewerbsposition stärken – zu einem Zeitpunkt, an dem der Druck durch lokale Anbieter weiter wächst.
Der Fokus liegt derzeit noch auf Tests und Vorbereitungen. Doch das Ausmaß der Einstellungen und der Schwerpunkt auf umfangreichen Straßenvalidierungen zeigen, dass Tesla sich für einen intensiveren Vorstoß in Richtung Zertifizierung und breiterer Einführung seines Systems in einem seiner wichtigsten Märkte positioniert.
Mark Havelin
2026, Feb 14 20:25