Die frühen Misserfolge von Henry Ford und der Weg zum Erfolg

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Erfahren Sie, wie Henry Fords gescheiterte Unternehmen wie Detroit Automobile Company und Henry Ford Company den Grundstein für die Ford Motor Company legten.

Die Ford Motor Company gilt oft als unausweichliches Ergebnis von Henry Fords Genie, doch die wahre Geschichte hinter seinem Aufstieg ist weit weniger gradlinig. Bevor er das Unternehmen gründete, das die globale Industrie umkrempeln sollte, musste Ford zweimal von vorn beginnen – und beide frühen Versuche endeten im Misserfolg.

Sein erstes ernsthaftes Projekt war die Detroit Automobile Company. Zu diesem Zeitpunkt hatte Ford bereits seinen Quadricycle gebaut und verließ 1899 seine Stelle bei der Edison Illuminating Company, um sich ganz den Automobilen zu widmen. Als Chefingenieur des neuen Unternehmens hoffte er, einen Platz in der noch instabilen amerikanischen Autoindustrie zu sichern. Doch die Produktion erwies sich als langsam und mühsam: Die frühen Montagearbeiten waren arbeitsintensiv, und Fords Drang nach hochwertigeren Fahrzeugen kollidierte mit den Prioritäten anderer Beteiligter.

Das Unternehmen stellte im Januar 1900 sein erstes Fahrzeug her – einen Lieferwagen –, doch die Gesamtproduktion blieb extrem begrenzt. In seiner kurzen Existenz baute die Detroit Automobile Company nur etwa 20 Fahrzeuge, und die Verkäufe waren schlecht. Investoren verloren letztlich Zehntausende Dollar, und 1901 stimmten die Aktionäre für die Auflösung des Geschäfts.

Für Ford war der Zusammenbruch ein herber Rückschlag, aber nicht das Ende. Er glaubte, seinen Ruf wiederherstellen zu müssen, bevor er es erneut versuchte. Damals sahen die meisten Menschen das Automobil kaum mehr als ein teures Spielzeug, und Ford entschied, dass Rennen der schnellste Weg seien, um sein Potenzial zu beweisen. Mit der Unterstützung einiger früherer Investoren baute er ein Rennfahrzeug namens Sweepstakes und forderte eine der prominentesten Figuren der Ära heraus: Alexander Winton.

Das Rennen fand am 10. Oktober 1901 in Grosse Pointe, Michigan, statt, und Ford ging als Sieger hervor. Dieser Sieg wurde zum Wendepunkt: Er hob seinen Namen, sicherte neue finanzielle Unterstützung und gilt weithin als Beginn dessen, was später als Ford Racing bekannt werden sollte.

Angespornt von diesem Erfolg startete Ford 1902 sein zweites Unternehmen: die Henry Ford Company. Diesmal war sein eigener Name Teil der Marke. Doch Konflikte kehrten schnell zurück. Ford zweifelte an der Reife der Fahrzeuge des Unternehmens und wollte weiter Rennwagen bauen, während seine Partner eine konventionellere Geschäftsstrategie bevorzugten. Er verließ das Unternehmen bald, und die Firma stimmte zu, seinen Namen nicht mehr zu verwenden.

Im August 1902 wurde das Unternehmen als Cadillac Automobile Company neu organisiert, wobei der Ingenieur Henry M. Leland eine zentrale Rolle bei der Transformation spielte.

Trotz zweier gescheiterter Anfänge weigerte sich Ford, sein größeres Ziel aufzugeben: ein langlebiges, kostengünstiges Auto für die breite Masse zu schaffen. Am 16. Juni 1903 gründeten er und eine Gruppe von Investoren die Ford Motor Company. Das Geschäft begann mit einem Kapital von 28.000 Dollar und zwölf Investoren, wobei Ford und sein Partner Alexander Malcomson eine kontrollierende Beteiligung hielten.

Ford Modell T / Bernard Spragg. NZ from Christchurch, New Zealand, CC0, via Wikimedia Commons

Diesmal hielt das Unternehmen zusammen – und beschleunigte bald zu etwas viel Größerem. Einige Jahre später stellte Ford das Modell T vor, und 1913 führte das Unternehmen das Fließband ein. Dieselben Produktionsherausforderungen, die Fords erstes Unternehmen gescheitert hatten, wurden nun zu seinem entscheidenden Vorteil: Die Fertigungsgeschwindigkeit stieg dramatisch, die Kosten sanken, und das Automobil begann, sich vom Luxusobjekt zur Massenware zu wandeln.

Ford TT / Geni, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Heute verfolgt Ford erneut die Idee der Erschwinglichkeit, nun im Zeitalter der Elektrofahrzeuge. Und wenn die früheste Geschichte des Unternehmens eines beweist, dann ist es, dass Industrieimperien selten beim ersten Versuch entstehen. Manchmal entstehen sie durch Rückschläge, Meinungsverschiedenheiten und mutige Entscheidungen, die zunächst riskant erscheinen – aber letztlich das Fundament für nachhaltigen Erfolg bilden.

Mark Havelin

2026, Feb 17 20:22