Rolls-Royce Silver Shadow 1974: Auktion als fahrbereites Projekt
Ein Rolls-Royce Silver Shadow Baujahr 1974 wird bei Bring a Trailer ohne Mindestpreis versteigert. Das fahrbereite Projekt benötigt Bremsenreparatur, bietet aber eine lückenlose Historie und Luxusdetails.
Ein Rolls-Royce Silver Shadow aus dem Jahr 1974 ist auf Bring a Trailer als Auktion ohne Mindestpreis gelistet. Für Liebhaber klassischer britischer Automobile ist das ein interessantes Angebot, das Ambition und Erschwinglichkeit vereint.
Der Wagen wird als fahrbereites Projekt beschrieben, das startet, fährt und selbstständig bremst. Allerdings gibt es einen wesentlichen Vorbehalt: Das Bremssystem benötigt dringend Aufmerksamkeit. Laut Verkäufer leuchten nach dem Start drei Bremskontrollleuchten dauerhaft auf. Die Bremskraft wird als deutlich schwächer empfunden, als sie sein sollte. Daher steht für den nächsten Besitzer eine umgehende Bremsenüberholung an erster Stelle.
Die Historie des Fahrzeugs ist für ein Projekt ungewöhnlich lückenlos. Der erste Besitzer war angeblich ein Arzt aus Louisiana. Der jetzige Eigentümer kaufte den Wagen 1984. Er wurde regelmäßig bis etwa zum Jahr 2000 gefahren, danach nur noch gelegentlich gestartet und kaum bewegt. Der Kilometerzähler zeigt rund 73.000 Meilen, wovon etwa 35.000 auf das aktuelle Eigentum entfallen.
Die Lackierung ist zweifarbig in Walnuss und Willow Gold gehalten. Im Innenraum dominiert hellbraunes Connolly-Leder mit Holzapplikationen. Zeittypische Details prägen den Charakter, darunter ein Pioneer Achtspur-Kassettenrecorder und ein Autotelefon der Marke Centel. Zur Ausstattung zählen elektrisch verstellbare Vordersitze, Klimaanlage, Tempomat, elektrische Fensterheber, Kopfstützen für die Rücksitze sowie Fußstützen für die Fondpassagiere.
Angetrieben wird der Silver Shadow vom bekannten 6,75-Liter-V8 von Rolls-Royce mit zwei SU-Vergasern. Das Dreigang-Automatikgetriebe treibt die Hinterräder an. Der Eintrag besagt, dass im Februar 2026 ein Kraftstoffleck an den Vergasern behoben, die Batterie ausgetauscht und das Öl gewechselt wurde. Das deutet auf grundlegende Instandsetzungsarbeiten hin, trotz der langen Phase mit geringer Nutzung.
Technisch spiegelt der Wagen die bekannte Komplexität des Modells wider, mit Scheibenbremsen an allen Rädern und einer hydropneumatischen Niveauregulierung. In den Auktionskommentaren dreht sich die Diskussion erwartungsgemäß stark um die möglichen Kosten der Bremsenreparatur. Einige Bieter merken an, dass die Wiederherstellung der vollen Bremsleistung den Kaufpreis leicht übersteigen könnte.
Das Interesse ist dennoch groß. Die Auktion verzeichnet Tausende Aufrufe und Hunderte Beobachter. Die Gebote steigen weiter, je näher das Ende rückt. Diese Reaktion ist nachvollziehbar. Nur wenige Autos vermitteln auch als Projekt die Präsenz eines Silver Shadow. Das Format ohne Mindestpreis macht das Endergebnis unvorhersehbar. Für den richtigen Käufer könnte dies der Einstieg in den Besitz eines klassischen Rolls-Royce zu einem Preis sein, der selten mit der Marke in Verbindung gebracht wird.
Allen Garwin
2026, Feb 17 23:29