Toyota baut in Kentucky Elektro-SUV und beendet Lexus ES Produktion

Dinkun Chen, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Toyota investiert 1,3 Mrd. Dollar in Kentucky, um Elektro-SUVs wie den Highlander EV zu produzieren, während die Lexus ES Fertigung endet.

In der Toyota-Fabrik in Georgetown, Kentucky, ist die Produktion des Lexus ES zu Ende gegangen. Das letzte Fahrzeug dieser Baureihe verließ nun die Fertigungslinie. Damit endet ein Kapitel, das 2015 begann, als Lexus erstmals in den USA Autos baute. In etwa zehn Jahren entstanden in Kentucky rund 440.000 ES-Limousinen. Möglich wurde dies durch eine Investition von 350 Millionen Dollar, eine neue Produktionslinie und 3.750 Arbeitsplätze.

Das Werk tritt nun in eine neue Phase ein. Im Februar 2024 kündigte Toyota eine Investition von 1,3 Milliarden Dollar in die Anlage an, um sie für die Elektrifizierung fit zu machen. Dazu gehört die Produktion eines völlig neuen, batterieelektrischen SUV mit drei Sitzreihen für den US-Markt. Das Unternehmen hat inzwischen bestätigt, dass es sich um die nächste Generation des Highlander handeln wird. Damit wird es Toyotas erstes Drei-Reihen-BEV für die USA und das erste in Amerika montierte vollelektrische Fahrzeug des Herstellers. Die Produktion des Highlander als Modelljahr 2027 soll Ende 2026 anlaufen, die Auslieferung ist für das Jahresende geplant.

Die Investition umfasst auch den Aufbau einer Montagelinie für Batteriepacks in Georgetown. Die Batteriezellen liefert das Werk Toyota Battery Manufacturing North Carolina in Liberty, das 2025 mit der Auslieferung begann. In Vollauslastung soll die Anlage in North Carolina mit 14 Produktionslinien laufen – vier für Hybridbatterien und zehn für Batterien von vollelektrischen und Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen. Dies ist Teil einer breiteren nordamerikanischen Lieferkette, die Toyotas Elektrifizierungsstrategie unterstützt.

Der Highlander EV 2027 soll je nach Ausstattung Batterieoptionen mit 77 kWh oder 96 kWh bieten. Eine Version könnte eine maximale Reichweite von bis zu 320 Meilen erreichen. Diese Eckdaten unterstreichen die strategische Bedeutung des Werks in Kentucky, während Toyota in den USA auf die Großserienproduktion von Elektrofahrzeugen umstellt.

Parallel dazu setzt Toyota seine Zusammenarbeit mit Subaru fort. Branchenberichten zufolge soll eines der kommenden Elektromodelle von Subaru in einer Toyota-Fabrik in den USA produziert werden. Publikationen deuten auf einen möglichen Zusammenhang mit einem dreireihigen Elektro-SUV hin, das mit dem Highlander-Projekt in Verbindung steht. Offizielle technische Details zur Subaru-Variante wurden jedoch noch nicht bekannt gegeben.

Der Lexus ES selbst ist keineswegs am Ende. Die komplett neue, achte Generation des Modells hatte bereits auf der Auto Shanghai ihre Weltpremiere. Lexus bestätigte, dass die Markteinführung Mitte 2026 beginnen wird. Zum ersten Mal wird der ES nicht nur als Hybrid, sondern auch in einer vollelektrischen Version erhältlich sein. Das Ende der ES-Produktion in Kentucky spiegelt daher eher einen Wandel in der Fertigungsstrategie wider, bei dem der Fokus auf neue Architekturen und elektrifizierte Plattformen verlagert wird.

Für Georgetown bedeutet der Wechsel mehr als nur einen Modellwechsel. Er markiert einen technologischen Wendepunkt – weg von einer Limousine, die einen Meilenstein für die US-Produktion von Lexus symbolisierte, hin zu einem großen Elektro-SUV, der die zukunftsorientierte Strategie des Unternehmens verkörpert.

Mark Havelin

2026, Feb 21 02:39