Škoda startet Serienproduktion von Traktionsbatterien für Elektroautos

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Škoda Auto hat in Mladá Boleslav die Serienproduktion von Traktionsbatterien für Elektrofahrzeuge aufgenommen, basierend auf der MEB+-Architektur mit LFP-Chemie.

Škoda Auto hat in Mladá Boleslav die Serienproduktion von Traktionsbatterien für Elektrofahrzeuge aufgenommen. Dieser Schritt markiert einen wichtigen Meilenstein in der Transformation des Unternehmens im Rahmen der Elektrifizierungsstrategie des Volkswagen-Konzerns. Die neue Fertigungsstätte ist darauf ausgelegt, bis zu 1.122 Batteriesysteme pro Tag herzustellen, was einer jährlichen Kapazität von bis zu 335.000 Einheiten entspricht.

Die Produktion basiert auf der weiterentwickelten MEB+-Architektur, die schrittweise die ursprüngliche MEB-Plattform ablöst. Ein zentraler technologischer Wandel besteht in der Einführung der Lithium-Eisenphosphat-Chemie (LFP) und der Umsetzung des Cell-to-Pack-Prinzips. Dabei werden die Batteriezellen direkt in das Pack integriert, anstatt zunächst Module zusammenzubauen. Dieser Ansatz verbessert nach Branchenanalysen die Effizienz der Bauraumnutzung und vereinfacht das Gesamtdesign.

Der Wechsel von der Nickel-Mangan-Kobalt-Chemie (NMC) spiegelt einen breiteren Branchentrend wider. LFP-Batterien enthalten weder Nickel noch Kobalt und gelten als thermisch stabiler, was sie besonders für Hochvolumenanwendungen geeignet macht. NMC bleibt dort vorzuziehen, wo eine höhere Energiedichte erforderlich ist, doch LFP etabliert sich zunehmend als kosteneffiziente Lösung für die breite Elektromobilität.

Die neue Anlage zeichnet sich durch einen hohen Automatisierungsgrad aus. Roboter übernehmen etwa 85 % aller Arbeitsvorgänge. Täglich verarbeitet die Fabrik rund 234.000 Batteriezellen, produziert etwa 9.000 Stacks und führt mehr als 936.000 Schweißpunkte aus. Qualitätskontrolle und Brandsicherheit werden von 270 Kameras überwacht, während das automatisierte Lager bis zu 1,2 Millionen Zellen in 5.000 Containern lagern kann.

Im Montageprozess werden acht Stacks in einen Aluminiumrahmen eingebracht, mit einem Zweikomponentenkleber verklebt und mit einer wärmeleitenden Verbindung abgedichtet. Jede fertige Batterie durchläuft elektrische und Drucktests, wobei alle Parameter aufgezeichnet werden, um eine lückenlose Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten.

Škoda begann 2019 mit der Produktion von Batteriesystemen, zunächst für Plug-in-Hybridmodelle wie den Superb iV. Seit 2022 werden in Mladá Boleslav Batteriesysteme für vollelektrische MEB-Fahrzeuge montiert. Heute werden diese Systeme nicht nur im Škoda Enyaq und Škoda Elroq verbaut, sondern auch in Modellen anderer Marken des Volkswagen-Konzerns.

Die Batteriesystem-Fabrik stellt eine Investition von 205 Millionen Euro dar und umfasst 55.000 Quadratmeter. In weniger als einem Jahr errichtet, stärkt sie die Position von Mladá Boleslav als zentralen Knotenpunkt im europäischen Elektrifizierungsnetzwerk des Konzerns – zu einer Zeit, in der Škoda jährlich mehr als eine Million Fahrzeuge ausliefert.

Mark Havelin

2026, Feb 28 22:30