XPENG VLA 2.0: Intelligente Fahrtechnologie für autonomes Fahren
XPENG plant weltweite Auslieferung des VLA 2.0-Systems für 2027. Tests zeigen 23% höhere Verkehrseffizienz. Mit Volkswagen als Partner und Turing-AI-Chips.
XPENG hat die nächste Phase in der Entwicklung seiner intelligenten Fahrtechnologie skizziert. Die weltweite Auslieferung des VLA 2.0-Systems ist für 2027 geplant. Bereits jetzt laufen in China erste Tests von Robotaxi-Fahrzeugen mit der neuen Architektur im öffentlichen Straßenverkehr. Der Probebetrieb soll später im Jahr 2026 beginnen.
Diese Ankündigung erfolgte während des VLA Media Experience Day, bei dem XPENG sowohl die technische Struktur des Systems als auch den globalen Implementierungsfahrplan vorstellte. Auf dem chinesischen Markt wurde Volkswagen als erster Launch-Partner für die Integration von VLA 2.0 benannt.
Im Kern von VLA 2.0 steckt ein einheitliches KI-Foundation-Modell, das Wahrnehmung, Entscheidungsfindung und Aktion in einer einzigen Ende-zu-Ende-Architektur vereint. Im Gegensatz zu traditionellen modularen Stacks für autonomes Fahren, die visuelle Daten zunächst in eine zwischengeschaltete, sprachbasierte Repräsentation übersetzen, entfällt dieser Schritt bei XPENGs System. Das Ziel ist eine höhere Reaktionsgeschwindigkeit und Verarbeitungseffizienz.
Erste Tests zeigen laut Unternehmen eine stabile Leistung in dichtem Stadtverkehr und gemischten Straßenumgebungen. In Messungen während der abendlichen Hauptverkehrszeit in Guangzhou verbesserte sich die Verkehrseffizienz um 23 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen L2-Systemen und bestehenden Robotaxi-Modellen. Das Leistungsniveau wurde als vergleichbar mit dem erfahrener menschlicher Fahrer beschrieben.
VLA 2.0 bleibt ein überwachtes intelligentes Fahrassistenzsystem. Eine weitere Kommerzialisierung höherer Automatisierungsstufen hängt von den regulatorischen Rahmenbedingungen ab. XPENG nannte keinen festen Zeitplan für den vollständig autonomen kommerziellen Einsatz. CEO He Xiaopeng äußerte jedoch die Überzeugung, dass die volle Autonomie innerhalb von ein bis drei Jahren erreicht werden könnte.
Angetrieben wird das System von XPENGs proprietären Turing-AI-Chips, die eine Rechenleistung von bis zu 2.250 TOPS pro Chip liefern. Die Robotaxi-Konfiguration setzt bis zu vier solcher Prozessoren ein, was eine gesamte Onboard-Rechenkapazität von bis zu 3.000 TOPS ermöglicht. Die Optimierung der Pipeline aus Chip, Betriebssystem und Modell ermögliche es, laut Unternehmen, große KI-Modelle mit Milliarden von Parametern in Serienfahrzeugen laufen zu lassen.
Die Robotaxi-Einführung erfolgt vor dem Hintergrund eines weiter wachsenden chinesischen Marktes für autonome Mobilität, auf dem bereits Projekte wie Baidus Apollo Go und Pony.ai in mehreren Städten aktiv sind. XPENG plant für 2026 die Einführung von drei Robotaxi-Modellen und hat Amap als ersten globalen Ökosystem-Partner benannt.
XPENG positioniert VLA 2.0 über Personenfahrzeuge hinaus innerhalb einer breiteren Physical-AI-Strategie. Die zugrundeliegende Architektur ist darauf ausgelegt, Robotaxi-Flotten, humanoide Roboter und modulare Flugfahrzeug-Plattformen zu umfassen. Dies spiegelt den Anspruch des Unternehmens wider, eine einheitliche Grundlage für verkörperte KI zu schaffen.
Die technologische Zusammenarbeit mit Volkswagen verleiht dem Vorhaben strategisches Gewicht. Der deutsche Automobilhersteller hatte zuvor einen Anteil von 4,99 Prozent an XPENG erworben und Vereinbarungen zur gemeinsamen Entwicklung von Elektrofahrzeugen für China getroffen. Diese Partnerschaft erstreckt sich nun auch auf intelligente Fahrassistenzsysteme der nächsten Generation.
Für XPENG könnte das Jahr 2027, sollten die Zeitpläne eingehalten werden, einen bedeutenden Meilenstein im globalen Wettlauf um fortschrittliche Fahrassistenz markieren. Das Tempo bei höheren Automatisierungsstufen wird jedoch weiterhin nicht nur vom technischen Fortschritt, sondern auch von sich entwickelnden regulatorischen Rahmenbedingungen weltweit geprägt sein.
Mark Havelin
2026, Mär 03 16:56