BMW i3: Wintertests und neue Technik der elektrischen Limousine
Der neue BMW i3 absolviert Wintertests in Schweden. Er nutzt die Neue-Klasse-Architektur mit Heart of Joy und eDrive-System der 6. Generation für dynamische Leistung.
BMW bereitet eine neue Generation des vollelektrischen i3 vor, der als zweites Modell der Familie Neue Klasse auf den Markt kommen wird. Vor der Designpremiere am 18. März 2026 absolvieren Prototypen in Nordschweden die letzten Wintertests unter extremen Bedingungen. Das Wintertestzentrum von BMW in Arjeplog, etwa 55 Kilometer vom Polarkreis entfernt, ist seit langem ein wichtiger Ort, an dem Ingenieure die Fahrzeugdynamik auf Schnee und Eis vor der Serienfertigung verfeinern.
Die Wintertests gehen hier weit über einfache Haltbarkeitsprüfungen hinaus. Auf verschneiten Straßen und speziell präparierten Eisflächen können die Ingenieure extrem geringe Griffverhältnisse simulieren. In diesen Umgebungen analysieren sie das Zusammenspiel der elektronischen Regelsysteme, optimieren das Verhalten von Antrieb und Fahrwerk und feilen an der Software, die für Stabilität und Handling verantwortlich ist.
Der neue BMW i3 soll den Charakter der sportlichen 3er-Reihe in das Zeitalter der Elektromobilität übertragen. Laut Mike Reichelt, Leiter der BMW Neue Klasse, überträgt das Modell die traditionellen Stärken der Marke – präzises Handling, Stabilität und dynamische Leistung – in ein völlig neues Fahrzeugkonzept, das von der elektrischen Architektur geprägt ist.
Eine zentrale Rolle in dieser Architektur spielt das Steuergerät Heart of Joy. Es ist eine von vier zentralen Recheneinheiten innerhalb der elektronischen Architektur der Neuen Klasse und koordiniert den Betrieb von Antrieb, Bremssystem, Energierückgewinnung und bestimmten Lenkfunktionen. BMW zufolge verarbeitet diese Einheit Informationen zehnmal schneller als bisherige Systeme, was schnellere Reaktionen auf wechselnde Traktion und Fahrbedingungen ermöglicht.
Gemeinsam mit dem Software-System BMW Dynamic Performance Control bildet die neue Steuerung ein integriertes Zentrum für die Fahrzeugdynamikregelung. Diese Architektur erlaubt eine präzisere Kontrolle von Traktion und Stabilität, insbesondere auf rutschigem Untergrund. BMW betont, dass das Fahrzeug auch auf Eis oder festgefahrenem Schnee stabil und berechenbar bleibt, wobei Lenkeingaben in präzise Reaktionen umgesetzt werden.
Der Charakter des Fahrzeugs zeigt sich auch im alltäglichen Fahrverhalten. Die Soft-Stop-Funktion sorgt beispielsweise für ein außergewöhnlich sanftes Abbremsen. Durch die präzise Ansteuerung der Elektromotoren kann das Auto ohne Ruckeln oder Bremsgeräusche verzögern. Gleichzeitig gewinnt das Rückgewinnungssystem aktiv Energie zurück, selbst in Kurven, ohne die Stabilität zu beeinträchtigen.
Technisch gesehen gehört der neue BMW i3 zu den ersten Modellen, die mit dem BMW eDrive-System der sechsten Generation ausgestattet sind. Die Architektur nutzt ein 800-Volt-Bordnetz und unterstützt Ladeleistungen von bis zu 400 kW. Der Antriebsstrang kombiniert zwei Arten von Elektromotoren: einen fremderregten Synchronmotor an der Hinterachse und einen Asynchronmotor an der Vorderachse, was eine optimierte Allradkonfiguration ermöglicht.
Für die Version BMW i3 50 xDrive deuten vorläufige Zahlen auf eine maximale Systemleistung von etwa 345 kW oder 469 PS hin, mit einem Spitzendrehmoment von 645 Nm. Diese Werte bleiben vorläufig, da sich das Fahrzeug noch in der Entwicklungsphase befindet, und die endgültigen Spezifikationen werden erst näher an Produktionsstart erwartet.
Die Produktion der neuen Elektrolimousine soll in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 beginnen. Das Modell wird eine bedeutende Rolle in der künftigen Strategie von BMW spielen, da die Neue-Klasse-Architektur die nächste Generation der Elektrofahrzeuge der Marke prägen soll.
Mark Havelin
2026, Mär 06 16:16