MAN erzielt stabile Ergebnisse 2025 mit Wachstum in Elektromobilität
MAN Truck & Bus schließt 2025 mit Umsatzwachstum und stabiler Profitabilität ab. Elektromobilität wächst stark, während Bus- und Transporterverkäufe schwache Lkw-Nachfrage ausgleichen.
MAN Truck & Bus hat das Geschäftsjahr 2025 trotz anhaltender Schwäche im europäischen Lkw-Markt mit stabilen Ergebnissen abgeschlossen. Damit liefert das Unternehmen nun bereits im dritten Jahr in Folge robuste Zahlen. Die Profitabilität konnte gehalten werden, während der Umsatz dank einer stärker diversifizierten Geschäftsstruktur gesteigert wurde.
Der Umsatz stieg um 3 Prozent auf 14,1 Milliarden Euro. Der Fahrzeugabsatz erreichte rund 101.600 Einheiten, ein Zuwachs von etwa 6 Prozent. Zugleich legten die Auftragseingänge deutlich um etwa 30 Prozent zu und näherten sich der Marke von 100.000 Einheiten an. Das bereinigte Betriebsergebnis blieb mit 904 Millionen Euro weitgehend stabil, die operative Marge lag bei 6,4 Prozent.
Die schwache Nachfrage nach Lkw in Europa prägt den Markt weiterhin. Im Jahr 2025 blieb der Absatz von MAN-Lkw mit etwa 63.000 Fahrzeugen nahezu unverändert und lag leicht unter dem Niveau von 2024.
Andere Segmente konnten diese Schwäche jedoch ausgleichen. Besonders stark wuchsen die Busverkäufe: Sie stiegen um fast 49 Prozent auf mehr als 7.000 Fahrzeuge. Auch die TGE-Transporter von MAN legten weiter zu und erreichten rund 31.000 Einheiten, ein Plus von etwa 13 Prozent im Jahresvergleich.
Die Elektromobilität wird zu einem immer wichtigeren Treiber der Unternehmensentwicklung. Im Jahr 2025 stieg der Absatz vollelektrischer Lkw und Busse um 168 Prozent auf 1.970 Fahrzeuge. Mehr als 1.300 Elektro-Stadtbusse wurden ausgeliefert, ein neuer Rekord für MAN.
Der Übergang zum elektrischen Transport wird allmählich zu einem zentralen Pfeiler der Unternehmensstrategie. Die Serienfertigung von Elektro-Lkw hat bereits im Münchner Werk begonnen, wo batterieelektrische und Diesel-Lkw auf derselben Produktionslinie montiert werden. MAN erwartet, dass Elektromodelle bis Ende des Jahrzehnts einen bedeutenden Anteil am Neuwagenabsatz von Lkw in Europa ausmachen werden.
Das elektrische Produktportfolio soll weiter ausgebaut werden. Das Unternehmen plant die Einführung des MAN eTGL, eines 12-Tonnen-Elektro-Lkw für den städtischen Verteilerverkehr. Das Fahrzeug soll eine Reichweite von etwa 235 Kilometern bieten und Schnellladen unterstützen.
Die Elektrifizierungsstrategie erstreckt sich auch auf den Fernreisepersonenverkehr. Im Jahr 2026 will MAN die Produktion des elektrischen Lion's Coach E aufnehmen, eines batterieelektrischen Reisebusses, der einen wichtigen Schritt hin zur emissionsfreien Fernreise markieren soll.
Gleichzeitig investiert MAN weiter in konventionelle Antriebstechnologie. Das Unternehmen bereitet die Markteinführung eines neuen Sattelzugmotors vor, der für Gespanne mit einem Gesamtgewicht von bis zu 250 Tonnen ausgelegt ist. Dies unterstreicht die Position von MAN als Vollsortimenter im Nutzfahrzeugsektor.
Die Unternehmensführung führt die stabile Performance teilweise auf das langfristige Transformationsprogramm MAN2030+ zurück. Dieses umfasst Investitionen in Produktionsanlagen und Technologieentwicklung, insbesondere im Bereich der Elektromobilität.
Für die Zukunft erwartet MAN im Jahr 2026 eine moderate Erholung der Lkw-Nachfrage im europäischen Markt, während Busse und Transporter voraussichtlich eine solide Nachfrage behalten. Das Unternehmen rechnet zudem mit weiterem Wachstum in der Elektromobilität, insbesondere wenn Ladeinfrastruktur und regulatorische Rahmenbedingungen sich weiter verbessern.
Insgesamt zeigen die Ergebnisse, wie sehr die Widerstandsfähigkeit von MAN zunehmend von einem ausgewogenen Portfolio abhängt. Während der Lkw-Markt volatil bleibt, helfen das Wachstum bei Bussen, Dienstleistungen und Elektromobilität dem Unternehmen, eine stabile Performance zu halten.
Mark Havelin
2026, Mär 08 11:11