Volkswagen 2025: Stabile Umsätze, aber Gewinneinbruch von über 50%
Volkswagen schließt 2025 mit stabilen Umsätzen, aber einem Gewinnrückgang von über 50%. Erfahren Sie mehr über die Gründe und die Zukunft des Konzerns.
Die Volkswagen Group hat das Geschäftsjahr 2025 mit stabilen Umsätzen und einer soliden Liquidität abgeschlossen. Dennoch ist die Profitabilität des Unternehmens in einem schwierigen globalen Umfeld für die Automobilindustrie stark eingebrochen. Die auf der Jahrespressekonferenz in Wolfsburg präsentierten Zahlen zeigen, dass der operative Gewinn des größten europäischen Autobauers um mehr als die Hälfte gesunken ist.
Für 2025 meldete der Konzern ein operatives Ergebnis von 8,868 Milliarden Euro, nach 19,060 Milliarden Euro im Vorjahr. Das entspricht einem Rückgang von 53,5 Prozent. Die operative Marge fiel auf 2,8 Prozent. Der Umsatz blieb mit etwa 321,9 Milliarden Euro nahezu unverändert. Das deutet darauf hin, dass der Hauptdruck auf das Geschäft nicht von sinkender Nachfrage, sondern von schrumpfenden Margen ausging.
Volkswagen führt den Rückgang auf mehrere Faktoren zurück. Dazu zählen US-Zölle auf importierte Fahrzeuge, Währungsschwankungen, Veränderungen im Preis- und Absatzmix sowie Kosten, die mit der Anpassung der Produktstrategie von Porsche verbunden sind. Zusätzliche Ausgaben im Zusammenhang mit Restrukturierungsprogrammen und der laufenden Transformation des Konzerns belasteten das Ergebnis ebenfalls.
Bereinigt um Sondereffekte erreichte das operative Ergebnis 13,8 Milliarden Euro, was einer bereinigten operativen Marge von etwa 4,6 Prozent entspricht. Selbst dieses Niveau hält die Konzernführung für nicht ausreichend. Finanzvorstand Arno Antlitz erklärte, eine solche Profitabilität sei langfristig nicht nachhaltig.
Trotz des Gewinneinbruchs bleibt die finanzielle Widerstandsfähigkeit von Volkswagen stark. Der Netto-Cashflow im Automobilbereich stieg auf etwa 6,4 Milliarden Euro. Die Nettoliquidität lag zum Jahresende bei rund 34,5 Milliarden Euro und damit weitgehend auf Vorjahresniveau. Diese Zahlen geben dem Konzern Spielraum, weiter zu investieren und gleichzeitig seine Kostensenkungsprogramme zu intensivieren.
Auch der Fahrzeugabsatz blieb im Großen und Ganzen stabil. Volkswagen lieferte 2025 rund 9,022 Millionen Fahrzeuge aus und erreichte damit nahezu das Vorjahresniveau. Die regionalen Trends unterschieden sich jedoch erheblich. Die Verkäufe stiegen in Europa um etwa 5 Prozent und in Südamerika um rund 10 Prozent. In Nordamerika gingen sie dagegen um etwa 12 Prozent zurück, in China um 6 Prozent.
Die deutlichste Verschlechterung verzeichnete der Sport-Luxus-Segment, zu dem Porsche gehört. Der operative Gewinn dieser Gruppe sank drastisch von etwa 5,3 Milliarden Euro auf nur noch 90 Millionen Euro. Die operative Marge fiel von 14,5 auf 0,3 Prozent. Volkswagen führt diesen Rückgang auf eine Kombination von Faktoren zurück, darunter ein verändertes Marktumfeld in China, zollbedingte Kosten und einen langsameren Hochlauf der Elektromobilität.
Im Gegensatz dazu erwiesen sich die Kern-Volumenmarken des Konzerns als vergleichsweise robust. Die Core-Markengruppe, zu der Volkswagen, Skoda und SEAT/Cupra gehören, steigerte ihren Umsatz auf etwa 145,2 Milliarden Euro. Der Fahrzeugabsatz stieg auf rund 5,125 Millionen Einheiten. Insbesondere Skoda legte eine starke Leistung hin.
Gleichzeitig trieb Volkswagen seine strategische Transformation weiter voran. Der Konzern brachte 2025 30 neue Modelle auf den Markt. In Europa zeigten sich zudem Anzeichen einer Erholung der Nachfrage. Die Fahrzeugbestellungen in der Region stiegen um etwa 13 Prozent, angetrieben vor allem von batterieelektrischen Fahrzeugen, deren Nachfrage um rund 55 Prozent zunahm. BEVs machten etwa 22 Prozent des gesamten Bestandsbuchs aus.
Für die Zukunft plant Volkswagen, den Schwerpunkt auf den Ausbau erschwinglicher Elektromobilität, die Stärkung seiner Software- und Batteriekompetenzen sowie die Weiterentwicklung autonomer Fahrttechnologien zu legen. Das Unternehmen bereitet zudem die größte Produktkampagne seiner Geschichte in China vor. Dort sollen in den kommenden Jahren mehr als zwanzig neue elektrische und elektrifizierte Modelle auf den Markt kommen.
Die Aussichten für 2026 bleiben verhalten. Volkswagen erwartet ein Umsatzwachstum im Bereich von 0 bis 3 Prozent. Die operative Umsatzrendite soll zwischen 4 und 5,5 Prozent liegen. Die Führung warnt, dass geopolitische Spannungen, Handelsbeschränkungen, volatile Rohstoffmärkte und ein sich verschärfender globaler Wettbewerb das Umfeld des Unternehmens weiter prägen werden.
In diesem Sinne markierte das Jahr 2025 weniger eine Liquiditätskrise als vielmehr eine Bewährungsprobe für die Profitabilität von Volkswagen. Der Konzern verfügt weiterhin über eine solide finanzielle Basis. Die Herausforderung besteht jedoch darin, Kosten zu senken und gleichzeitig weiter massiv in die technologische Transformation der Automobilindustrie zu investieren.
Mark Havelin
2026, Mär 11 19:15