Lucid startet Hybridvertrieb in Europa mit Einzelhandelspartner

lucidmotors.com

Lucid ändert sein Vertriebsmodell in Europa durch eine Partnerschaft mit Wackenhut, um Verkauf und Service ab 2026 in Deutschland zu erweitern.

Lucid ändert erstmals sein europäisches Vertriebsmodell. Das Unternehmen hat eine Einzelhandelspartnerschaft mit dem deutschen Unternehmen Wackenhut geschlossen und geht damit über den reinen Direktvertrieb hinaus.

Die Vereinbarung sieht vor, dass der Verkauf und Service am 30. März 2026 in Baden-Baden starten, gefolgt von Stuttgart im späteren Sommer. Wackenhut wird Lucids erster Einzelhandelspartner in Europa sein und das gesamte Modellportfolio vertreiben, darunter die Limousine Air und den SUV Gravity. Die Preisgestaltung und Markenpositionierung behält Lucid jedoch weiterhin unter Kontrolle.

Dies stellt eine deutliche Abkehr von der bisherigen Strategie dar. Seit dem Markteintritt in Europa setzte das Unternehmen auf eigene Studios in München, Frankfurt, Düsseldorf und Hamburg, unterstützt durch Servicezentren und mobile Einheiten. Das neue Hybridmodell ergänzt diese Direktverkäufe nun um unabhängige Einzelhandelsstandorte, um die Reichweite zu erhöhen, ohne den Direktvertrieb vollständig aufzugeben.

Der Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Lucid seine Präsenz in einem Markt ausbauen möchte, in dem die Ergebnisse bisher begrenzt blieben. Deutschland bleibt ein Schlüsselmarkt, doch die Zulassungen beliefen sich 2025 auf lediglich 183 Fahrzeuge – ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr, trotz des generellen Wachstums im Elektrofahrzeugsegment.

Wackenhut bringt etablierte regionale Stärke in die Partnerschaft ein. Die 1948 gegründete, familiengeführte Gruppe betreibt mehrere Standorte in Baden-Württemberg und verfügt über Erfahrung mit Premiummarken wie Mercedes-Benz und Aston Martin. Ihre Einrichtungen sind für Elektrofahrzeuge ausgestattet und mit zertifizierten Hochvolttechnikern besetzt.

Die Maßnahme passt zudem in einen umfassenderen Expansionsplan. Lucid strebt ein Wachstum von der aktuellen europäischen Präsenz auf etwa ein Dutzend Märkte an und will bis Ende 2026 in mehr Städten vertreten sein. In Deutschland bedeutet dies einen schrittweisen Ausbau von einer Handvoll Standorte hin zu einem breiteren Netzwerk über Einzelhandelspartner.

Die Einführung eines Hybridvertriebsmodells spiegelt eine strategische Anpassung wider: Die Kontrolle über das Kundenerlebnis wird beibehalten, während gleichzeitig die Erreichbarkeit verbessert und das Wachstum in einem wettbewerbsintensiven Premium-EV-Markt effizienter gestaltet werden soll.

Mark Havelin

2026, Mär 19 13:55