Porsche Design eröffnet erste eigene Uhrenmanufaktur in Grenchen

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Porsche Design hat eine neue Manufaktur in Grenchen eröffnet, die vollständige Fertigungsunabhängigkeit für mechanische Uhren bietet. Erfahren Sie mehr über die Produktion und Individualisierung.

Porsche Design hat seinen ersten festen Standort in einem der wichtigsten Schweizer Uhrenzentren eröffnet. Die neue Manufaktur in Grenchen liegt in einer Stadt, die tief in der Geschichte der mechanischen Uhrenproduktion verwurzelt ist. Für das Unternehmen bedeutet dieser Schritt den Weg zur vollständigen Fertigungsunabhängigkeit.

Die neue Anlage umfasst etwa 3.600 Quadratmeter und befindet sich in einem Gebäude aus dem Jahr 1955, das innerhalb von 18 Monaten komplett modernisiert wurde. Nun vereint sie alle Kernfunktionen – von Entwicklung und Konstruktion über Montage und Qualitätskontrolle bis hin zum Kundendienst. Damit positioniert sich Porsche Design effektiv unter den traditionellen Uhrenmanufakturen mit vollständig integrierter Produktion.

Dieser Schritt spiegelt eine langfristige Strategie wider. Porsche bleibt die einzige Automobilmarke, die eine eigene Uhrenmanufaktur betreibt. Das ermöglicht die Kontrolle nicht nur über das Design, sondern auch über die technologische Seite der Produkte. Im Gegensatz zu typischen Partnerschaften zwischen Autoherstellern und Uhrenmarken basiert dieser Ansatz auf eigener Expertise und unabhängiger Fertigung.

Die Wahl Grenchens ist sowohl symbolisch als auch praktisch. Die Stadt gehört zum Schweizer „Uhrendreieck“ und ist bekannt für ihre Konzentration an Fachspezialisten, Zulieferern und industrieller Infrastruktur. Sie ist seit langem mit Unternehmen wie Eterna und ETA verbunden, und das Gebäude selbst beherbergte bereits zuvor die Uhrenproduktion von Porsche Design.

Im Inneren folgt die Anlage Produktionsprinzipien, die von Porsches Automobilbetrieben bekannt sind: sequenzielle Arbeitsabläufe, kurze Logistikwege und präzise Prozesskoordination. Die Produktionsumgebung umfasst Reinräume der Klasse ISO 7 und Arbeitsplätze der Klasse ISO 5, was eine strikte Kontrolle selbst über mikroskopische Partikel gewährleistet, die die Genauigkeit mechanischer Uhren beeinflussen können.

Individualisierung spielt eine zentrale Rolle. Die maßgefertigten Zeitmesser der Marke ermöglichen es Kunden, Materialien, Designelemente und technische Details zu konfigurieren – ähnlich wie bei der Konfiguration eines Porsche-Sportwagens. In der neuen Manufaktur wird dieser gesamte Prozess, von der Konfiguration bis zur finalen Auslieferung, unter einem Dach zusammengeführt.

Das Gebäude dient auch als öffentlich zugänglicher Raum. Als „gläserne Manufaktur“ konzipiert, bietet es geführte Touren, Ausstellungsbereiche und einen speziellen Fitting Lounge, in dem Kunden ihre Uhren vor Ort designen können. Die Produktion wird so Teil des Markenerlebnisses statt eines verborgenen Prozesses.

Nachhaltigkeit ist ebenfalls in das Konzept integriert. Eine Photovoltaikanlage mit 211 Solarmodulen deckt bis zu 62 Prozent des Energiebedarfs der Anlage, während Wärmepumpen und Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung den Gesamtenergieverbrauch reduzieren. Dies passt zu einem langfristigen Ansatz, der auf Effizienz statt auf Mengenwachstum ausgerichtet ist.

Das Projekt dauerte von der ersten Suche bis zur Fertigstellung etwa drei Jahre. Das Ergebnis ist nicht nur ein neuer Produktionsstandort, sondern eine Infrastruktur, die für schrittweisen Ausbau und kontinuierliche Entwicklung konzipiert ist – was das Prinzip von Porsche Design in der mechanischen Uhrmacherei widerspiegelt: nicht mehr, sondern besser.

Mark Havelin

2026, Mär 26 20:55