Erster Test: Der neue elektrische Mercedes-Benz GLC in Portugal
Der neue elektrische Mercedes-Benz GLC bietet bis zu 713 km Reichweite, 360 kW Leistung und innovative Technik. Erste Fahreindrücke aus Portugal zeigen ein ausgewogenes Premium-SUV.
Der neue elektrische Mercedes-Benz GLC hat bereits den Schritt von der Präsentation zur Praxis geschafft. Damit vollzieht einer der wichtigsten Modelle der Marke nicht nur ein Update, sondern einen grundlegenden Wandel.
Bei einer Pressefahrt in Portugal gab es den ersten dynamischen Eindruck des Fahrzeugs. Mercedes unterstützte die Veranstaltung mit 148 Bildern, sechs Videos und technischen Materialien. Im Fokus stand eindeutig das Fahrverhalten: ausgewogene Handhabung, präzise Lenkung und Stabilität selbst auf anspruchsvollen Straßen. Der Hersteller betont ein ruhiges und kontrolliertes Fahrerlebnis, das nun in einer vollelektrischen Auslegung umgesetzt wird.
Diese Entwicklung hat ein größeres Gewicht. Denn die GLC war 2024 die meistverkaufte Baureihe der Marke. Ihr Übergang zur Elektroantriebstechnik positioniert sie im Zentrum der sich wandelnden Modellpalette von Mercedes-Benz. Das Modell ersetzt effektiv den früheren EQC und schließt mit einer fortschrittlicheren technologischen Basis eine wichtige Lücke im Portfolio des Unternehmens.
Technisch gesehen ist der Wandel erheblich. Der GLC 400 4MATIC verfügt über zwei Elektromotoren mit einer kombinierten Leistung von 360 kW und Allradantrieb. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h dauert 4,3 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 210 km/h begrenzt. Die WLTP-Reichweite beträgt bis zu 713 Kilometer, der Energieverbrauch liegt zwischen 14,9 und 18,8 kWh pro 100 km.
Das Fahrzeug basiert auf der neuen MB.EA-Plattform mit 800-Volt-Architektur. Dies ermöglicht Schnellladen mit Gleichstrom von bis zu 330 kW. So kann die Batterie in etwa 22 Minuten von 10 auf 80 Prozent geladen werden. Das Laden mit Wechselstrom wird mit 11 oder 22 kW unterstützt.
Die technischen Entscheidungen zeigen einen Fokus auf Effizienz und Komfort. Die doppelten Synchronmotoren sind mit Siliziumkarbid-Leistungselektronik kombiniert. Ein Vorderachs-Trennsystem reduziert Energieverluste, wenn keine volle Traktion erforderlich ist. Adaptive Luftfederung und Hinterachslenkung bringen Technologien in dieses Segment, die typischerweise höherwertigen Modellen vorbehalten sind.
Im Innenraum setzt sich der Wandel mit einer vollständig digitalen Umgebung fort. Die Kabine verfügt über den MBUX Hyperscreen, der sich über bis zu 39,1 Zoll über das Armaturenbrett erstreckt. Das System läuft auf der neuen MB.OS-Architektur mit KI-basierten Funktionen, einschließlich Sprachsteuerung und individueller Anpassung der Benutzeroberfläche für Fahrer und Beifahrer.
Am Markt tritt das Modell in das Segment der Premium-Elektro-SUVs ein. Der Startpreis in Deutschland liegt bei etwa 71.000 Euro. Damit konkurriert es mit Fahrzeugen wie dem Audi Q6 e-tron und dem BMW iX3. Die Markteinführung ist für 2026 in Europa geplant.
Erste Eindrücke von der Pressefahrt deuten darauf hin, dass Mercedes seine Kernphilosophie nicht neu definiert, sondern übersetzt. Die Betonung bleibt auf Komfort, Stabilität und Vorhersehbarkeit – nun geliefert durch eine elektrische Plattform, die die nächste Phase der GLC-Entwicklung signalisiert.
Mark Havelin
2026, Mär 27 10:29