Rubystar – Porsches polarisierende Kultfarbe

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Entdecken Sie Rubystar, die ikonische Porsche-Farbe aus den 1990ern. Von 911 Carrera RS bis Taycan: Geschichte, Modelle und moderne Rückkehr.

Manche Farben sind einfach nur Designelemente. Andere werden Teil der DNA einer Marke. Rubystar gehört eindeutig zur zweiten Kategorie – kühn, polarisierend und sofort erkennbar.

Der Farbton tauchte erstmals Anfang der 1990er Jahre auf und wurde schnell mit einem speziellen Modell verbunden: dem 911 Carrera RS 3.6 (964). Porsche selbst bezeichnet ihn als die Einführungsfarbe dieser Version. Damit entwickelte sich Rubystar von bloßer Lackierung zu einem visuellen Markenzeichen einer Ära, die von Experimentierfreude und Selbstbewusstsein bei auffälligen Farbentscheidungen geprägt war.

Porsche 964 Carrera RS Rubystone / Damian B Oh, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Farbe trägt mehrere Namen. Heute ist sie als Rubystar bekannt, früher hieß sie Rubystone, und in der deutschen Porsche-Terminologie taucht sie als Sternrubin auf. Alle drei Bezeichnungen meinen denselben Farbton – ein wichtiges Detail bei der Recherche in Archiven und historischen Quellen.

Porsche beschreibt Rubystar als einen Ton zwischen Rot und Violett, ein lebhaftes Magenta mit einem leichten kühlen Unterton. Er ist facettenreich und verändert sich je nach Lichtverhältnissen. Neutralität ist nicht das Ziel. Stattdessen charakterisiert Porsche ihn offen als eine polarisierende Farbe, die weiterhin starkes Interesse weckt.

Historisch wurde Rubystar bei mehreren Modellen verwendet, darunter der 928, 944, 968 und der 911 (964), unter den Werkscodes 82N und M3B. Diese Kennungen bleiben für Dokumentation und Restaurierungsarbeiten essenziell.

Porsche 964 Carrera RS Rubystone / Damian B Oh, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die knalligen Farben der 1990er Jahre sind nicht in Vergessenheit geraten. Stattdessen haben sie im Porsche-Kosmus den Status von Kultfarben erlangt. Aktuelle Unterlagen des Unternehmens ordnen Ruby Star explizit in diese Gruppe ein und unterstreichen damit seine anhaltende Relevanz.

Ein wichtiger Wendepunkt kam 2021, als Porsche die Individualisierungsoptionen für den Taycan erweiterte. Das Unternehmen bestätigte, dass der elektrische Sportwagen im klassischen Rubystar-Finish bestellt werden konnte. Das bedeutete die konkrete Rückkehr der Farbe in die moderne Modellpalette über das Paint-to-Sample-Programm.

In diesem Zusammenhang beschrieb Porsche einen breiteren Trend: die Rückkehr ikonischer Farben aus den 1990er Jahren. Rubystar trat dabei neben Tönen wie Acidgreen, Rivierablue und Violametallic auf, was seinen Platz innerhalb der etablierten Farbidentität der Marke festigte.

Paint to Sample wurde zum zentralen Mechanismus hinter dieser Wiederbelebung. 2021 listete Porsche 17 Standardfarben und 65 Zusatzoptionen auf. Neuere Daten deuten darauf hin, dass das Programm deutlich erweitert wurde und nun über 220 Farben quer durch die Modellreihen bietet, davon mehr als 130 für Modelle wie den 911 und den Taycan.

Eine weitere Entwicklung folgte Ende 2022 mit der Einführung von Rubystarneo. Porsche beschreibt ihn als eine moderne Interpretation des Originaltons, die direkt mit dem Erbe des 964 Carrera RS verknüpft ist. Ein detaillierter technischer Vergleich zwischen den beiden Versionen wurde jedoch nicht öffentlich gemacht.

Heute tauchen sowohl Rubystar als auch sein modernes Pendant weiterhin in aktuellen Porsche-Projekten auf. Die Farbe ist bei Modellen wie dem 718 Boxster Style Edition, dem 718 Spyder RS und in Materialien zum 911 S/T zu finden. Das bestätigt ihre fortwährende Rolle in der Designsprache der Marke.

Porsche Taycan Turbo S, 911 Rubystar / porsche.com

Gleichzeitig bleiben bestimmte Details unklar. Porsche veröffentlicht keine vollständige Liste der Modelle oder Märkte, in denen diese Farben verfügbar sind. Auch präzise digitale Werte oder technische Spezifikationen für Rubystarneo werden nicht offengelegt. Die Informationen bleiben kontextbezogen und nicht vollständig technisch.

Diese Unschärfe gehört zu Rubystar dazu. Die Farbe ist nicht dafür gemacht, allgemein gefällig oder leicht einzuordnen zu sein. Stattdessen verkörpert sie eine seltene Kontinuität – ein Farbton, der vom kühnen Experiment zum anerkannten Erbe wurde und in die moderne Modellpalette zurückkehrte, ohne seine Identität zu verlieren.

Allen Garwin

2026, Mär 28 15:50