Ford Transit City: Elektro-Transporter für die Stadtlogistik
Der Ford Transit City ist ein Elektro-Transporter für urbane Logistik mit bis zu 254 km Reichweite. Er reagiert auf emissionsfreie Zonen ab 2025 und bietet Langlebigkeit durch LFP-Batterie.
Ford bringt einen Elektro-Transporter auf den Markt, der direkt auf die bereits in vielen europäischen Städten geltenden Beschränkungen reagiert: Ab 2025 haben Dutzende niederländische Kommunen emissionsfreie Zonen eingeführt, in denen neue Nutzfahrzeuge mit Verbrennungsmotor nicht mehr zugelassen sind. Vor diesem Hintergrund ist der Transit City nicht nur eine Alternative, sondern ein notwendiges Werkzeug für die urbane Logistik.
Das neue Modell erweitert die Transit-Familie und ist für den täglichen Einsatz in dicht besiedelten Stadtgebieten konzipiert. Angetrieben wird es von einem 150 PS starken Elektromotor und einer 56 kWh LFP-Batterie, die eine Reichweite von bis zu 254 km (WLTP) ermöglicht. Diese Angabe passt zur Praxis: Laut Ford Pro-Daten legen etwa 90 % der Transporter in dieser Klasse täglich weniger als 110 km zurück.
Die Wahl einer LFP-Batterie bestimmt das Konzept des Fahrzeugs. Diese Technologie ist für ihre Langlebigkeit und thermische Stabilität bekannt, bietet aber eine geringere Energiedichte als andere Lithium-Ionen-Chemien. Beim Transit City liegt der Fokus daher auf Haltbarkeit und vorhersehbaren Betriebseigenschaften, nicht auf maximaler Reichweite – passend zu den Anforderungen kurzer, wiederkehrender Stadtstrecken.
Der Transporter unterstützt AC-Laden mit 11 kW, womit sich die Batterie in etwa 4,5 Stunden von 10 auf 80 % auflädt. Zudem ist DC-Schnellladen mit bis zu 87 kW möglich, wodurch sich derselbe Ladevorgang auf rund 33 Minuten verkürzt. Eine 10-minütige Ladung kann etwa 50 km Reichweite bringen, ein wichtiger Faktor für den intensiven Tagesbetrieb.
Der Transit City ist in mehreren Varianten erhältlich: eine kompakte L1H1-Version für enge Straßen, eine größere L2H2-Ausführung mit bis zu 8,5 m³ Laderaum und ein Fahrgestell für Sonderaufbauten. Die Nutzlast beträgt bis zu 1.235 kg, die L2H2-Version kann bis zu drei Europaletten aufnehmen.
Die Bedeutung des Modells wird im Kontext der Stadtlogistik deutlich. Branchenstudien zeigen, dass die letzte Meile mehr als 50 % der Gesamtbetriebskosten und einen erheblichen Teil der Emissionen ausmacht. Gleichzeitig liegen typische Tagesstrecken oft unter 100 km, was Elektrotransporter mit moderater Reichweite zu einer praktikablen Lösung macht.
Der Transit City betritt einen Markt, in dem bereits größere Elektrotransporter wie der Mercedes eSprinter, Renault Master E-Tech und Peugeot E-Boxer vertreten sind. Ford konzentriert sich jedoch auf eine andere Nische: den kompakten Stadtverkehr, bei dem Wendigkeit, häufige Stopps und der Zugang zu reglementierten Zonen entscheidend sind.
Der Transporter ist in das Ford-Pro-Ökosystem eingebunden, das Telematik, Ladelösungen und Service-Support umfasst. In Europa umfasst dieses Netzwerk mehr als 800 Transit-Zentren und rund 500 mobile Servicefahrzeuge, die einen Großteil der Wartungsarbeiten vor Ort durchführen können – das reduziert Ausfallzeiten.
Insgesamt spiegelt der Transit City den breiteren Wandel der Transit-Baureihe wider, die auf 1965 zurückgeht und nun schrittweise elektrifiziert wird. Die Bestellbücher sollen im Mai 2026 öffnen, erste Auslieferungen sind bis Jahresende geplant. Zu diesem Zeitpunkt sind emissionsfreie Vorgaben in Städten keine Zukunftsvision mehr, sondern betriebliche Realität.
Mark Havelin
2026, Mär 31 13:01