Der neue Mercedes-AMG GT 4-Door Coupé: Elektro-Performance in Seriennähe

Mercedes-AMG GT 4-Door Coupé: Elektro-Performance mit Dreimotor-Technik
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Erfahren Sie mehr über den Mercedes-AMG GT 4-Door Coupé, ein seriennahes Elektroauto mit Dreimotor-Architektur, AMG RACE ENGINEER-System und Wintertests in Arjeplog.

Die letzten Wintertests in Arjeplog haben eines deutlich gemacht: Der neue Mercedes-AMG GT 4-Door Coupé ist kein fernes Konzept mehr, sondern ein seriennahes Elektro-Performance-Auto. Es basiert auf einer Dreimotor-Architektur und einem komplett überarbeiteten Fahrdynamiksystem.

Auf zugefrorenen Seen und verschneiten Strecken in Nordschweden lag der Fokus der Ingenieure nicht nur auf Traktion und Stabilität. Im Mittelpunkt stand das neue AMG RACE ENGINEER-System, das eine präzise Anpassung von Gasannahme, Kurvenverhalten und Schlupfkontrolle ermöglicht. Drei dedizierte Drehregler erlauben eine breite Palette von Fahrcharakteren – von stabil bis hin zu bewusst übersteuernden Einstellungen. Die volle Funktionalität steht vor allem zur Verfügung, wenn die Stabilitätskontrolle abgeschaltet ist.

Hier zeigt sich die Bedeutung des Modells. Mercedes-AMG versucht, seinen traditionellen Fahrcharakter in ein vollelektrisches Format zu übertragen. Diese Bemühung geht über Software-Tuning hinaus. Erstmals in einem AMG-Elektrosportwagen kommt ein System mit drei Axialflussmotoren zum Einsatz, das höhere Leistungsdichte, geringeres Gewicht und eine kompaktere Bauweise bietet. Diese Motoren wurden mit YASA, einer Mercedes-Benz-Tochter, entwickelt und sind für die Serienproduktion vorgesehen.

Das AMG Performance 4MATIC+-Allradsystem arbeitet mit dieser Dreimotor-Anordnung zusammen, um das Drehmoment variabel zwischen den Achsen und einzeln an den Hinterrädern zu verteilen. Das ermöglicht präzise Drehmomentkontrolle und vorhersehbares Handling auf griffarmen Oberflächen. Der Übergang zwischen Hinterrad- und Allradantrieb ist nahtlos und wird durch integrierte Steueralgorithmen innerhalb der Fahrzeugarchitektur verwaltet.

Ebenso wichtig ist das Batteriesystem. Es nutzt eine direkte Kühlung jeder einzelnen Zelle mit einem nichtleitenden Öl, das nicht nur Wärme abführt, sondern auch gezieltes Heizen ermöglicht. Dieser Ansatz soll eine konstante Leistung und Effizienz gewährleisten, selbst bei wiederholten hohen Belastungen und unter extrem kalten Bedingungen.

Die AMG ACTIVE RIDE CONTROL-Federung unterstützt diesen Aufbau weiter mit hydraulisch gekoppelten Dämpfern und semiaktiver Wankstabilisierung. Sie erlaubt es dem Auto, je nach Fahrbedingungen zwischen Komfort und Präzision zu wechseln, was sowohl die Stabilität als auch die Reaktionsfähigkeit verbessert.

Das Wintertestprogramm selbst umfasst mehr als 500 Einzeltests, von Eisstrecken bis zu Steigungen mit bis zu 20 Prozent Gefälle. Diese Bedingungen ermöglichen es den Ingenieuren, die Fahrzeuggrenzen schneller zu erkunden und die Steuersysteme mit größerer Genauigkeit zu optimieren.

Die technologische Basis des Modells ist eng mit dem Concept AMG GT XX verbunden, der die AMG.EA-Architektur einführte und Fähigkeiten wie über 1.000 kW Leistung und extrem hohe Ladeleistung demonstrierte. Während viele dieser Technologien in die Serienproduktion übergehen, sind die endgültigen Spezifikationen des kommenden GT 4-Door Coupé noch nicht bekannt gegeben worden.

Mit den abgeschlossenen Wintertests bereitet sich Mercedes-AMG darauf vor, seinen Elektro-Performancewagen der nächsten Generation in den kommenden Wochen vorzustellen. Das wird ein klareres Bild davon vermitteln, wie sich die charakteristische Fahrdynamik in das elektrische Zeitalter übertragen lässt.

Mark Havelin

2026, Apr 05 03:26