BMW i3 startet Serienproduktion 2026 in München mit neuer Elektro-Architektur
Der neue BMW i3 startet im August 2026 die Serienproduktion in München. Erfahren Sie mehr über die Neue-Klasse-Architektur, 800-Volt-System und nachhaltige Fertigung.
Die Serienproduktion des neuen BMW i3 startet im August 2026 im Münchner Werk. Dieser Schritt markiert einen wichtigen Meilenstein in BMWs Umstellung auf vollelektrische Fertigung und die Einführung der Neue-Klasse-Baureihe.
Es geht dabei nicht nur um ein neues Modell. Die Münchner Anlage mit ihrer über hundertjährigen Geschichte durchläuft eine umfassende Transformation. Trotz laufender Umbauarbeiten produziert sie weiterhin bis zu 1000 Fahrzeuge pro Tag und bereitet sich darauf vor, bis 2027 komplett auf Elektrofahrzeugproduktion umzustellen.
Dieser Wandel ist eng mit der Neue-Klasse-Architektur verbunden. Sie bringt ein 800-Volt-System, Batterien der sechsten Generation mit Rundzellen und Cell-to-Pack-Integration sowie eine neue Elektronikplattform mit Hochleistungsrechnereinheiten mit sich. BMW erwartet, dass diese Veränderungen die Reichweite und Ladegeschwindigkeit im Vergleich zu früheren Generationen um etwa 30 Prozent verbessern werden.
Die Produktionsprozesse werden grundlegend neu gestaltet. In der Karosseriefertigung arbeiten rund 800 Roboter bei einem Automatisierungsgrad von etwa 98 Prozent. Die Anzahl der Fügeprozesse wurde auf fünf reduziert, was die Fertigung vereinfacht. Digitale Zwillinge und KI-basierte Prüfsysteme kommen im gesamten Prozess zum Einsatz und ermöglichen die Erkennung selbst kleinster Oberflächenabweichungen.
Auch die Logistik wurde neu strukturiert. Das Werk verarbeitet täglich etwa 2,5 Millionen Teile, von denen künftig rund 70 Prozent direkt an die Montagearbeitsplätze geliefert werden. Etwa 60 Prozent der Versorgungsaufgaben werden durch automatisierte Systeme und fahrerlose Transportsysteme übernommen, die über ein zentrales digitales Steuerungssystem koordiniert werden.
All diese Veränderungen sind Teil des BMW iFACTORY-Konzepts, das auf Effizienz, Digitalisierung und Nachhaltigkeit setzt. Dieser Rahmen wird im gesamten globalen Produktionsnetzwerk von BMW umgesetzt, um flexiblere und skalierbarere Fertigung für Elektrofahrzeuge zu ermöglichen.
Die Lieferkette reicht über München hinaus. Hochvoltbatterien der Generation 6 werden aus der Anlage in Irlbach-Straßkirchen in Deutschland geliefert, die nach dem „local for local“-Ansatz aufgebaut ist und digitale Zwillinge sowie KI-gestützte Qualitätskontrolle nutzt. Elektromotoren werden im Werk Steyr in Österreich produziert, wo alle Kernkomponenten – einschließlich Rotor, Stator, Inverter und Getriebe – vor Ort gefertigt werden.
Für den neuen BMW i3 liegen bereits teilweise offengelegte Spezifikationen vor. Die i3 50 xDrive-Version leistet 345 kW und 645 Nm Drehmoment. Vorläufige Angaben deuten auf eine Reichweite von bis zu 900 km (WLTP) und eine Ladeleistung von bis zu 400 kW hin, was in 10 Minuten bis zu 400 km Reichweite ermöglichen soll. Diese Werte sind noch nicht endgültig.
BMW investiert rund 650 Millionen Euro in die Umgestaltung des Münchner Werks. Mit dem Start des neuen i3 erwartet das Unternehmen, die Produktionskosten am Standort um weitere 10 Prozent zu senken und sie damit unter das Niveau der aktuellen Fahrzeuggeneration zu bringen.
Der Produktionsstart des BMW i3 in München bedeutet mehr als nur eine Modellvorstellung. Er steht für einen strukturellen Wandel in der Fahrzeugfertigung des Unternehmens. Die Neue Klasse bildet die Grundlage für BMWs künftiges Elektroportfolio, und München wird zu einem der ersten vollelektrischen Produktionsstandorte.
Mark Havelin
2026, Apr 05 08:12