BYD liefert 200 OTA-Updates 2025 und überholt Tesla

BYD überholt Tesla mit 200 OTA-Updates 2025: Software-Revolution
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BYD lieferte 2025 etwa 200 Over-the-Air-Updates für Elektroautos und überholte Tesla. Erfahren Sie, wie OTA-Updates Fahrzeuge verbessern und die Branche verändern.

BYD hat im Jahr 2025 etwa 200 Over-the-Air-Updates ausgeliefert – Tesla kam dagegen nur auf 16. Für einen Hersteller, der einst definierte, wie sich Autos per Software weiterentwickeln, markiert diese Verschiebung einen unerwarteten Führungswechsel.

Dabei geht es nicht allein um die Menge. OTA-Updates haben sich längst von kleinen Interface-Anpassungen gelöst. Heute betreffen sie zentrale Fahrzeugsysteme – vom Batteriemanagement bis zu Fahrassistenz-Algorithmen. Damit wird die Update-Häufigkeit zu einem echten Maßstab für technologische Fähigkeiten.

Tesla hatte dieses Modell Anfang der 2010er Jahre mit dem Model S etabliert. Software-Updates per WLAN oder Mobilfunk konnten Fahrzeugverhalten ändern, Funktionen hinzufügen und sogar Probleme beheben – ohne Werkstattbesuch. Mit der Zeit veränderte dieser Ansatz die Erwartungen in der gesamten Branche: Ein Auto war kein fertiges Produkt mehr, sondern etwas, das sich nach dem Kauf weiterentwickelt.

Nun scheint BYD dieses Konzept noch weiter voranzutreiben. Laut Daten von Nikkei Asia setzte das Unternehmen 2025 rund 200 Updates in seinen Ocean- und Dynasty-Baureihen ein – mehr als Tesla, Toyota und Volkswagen zusammen. BYD unterstützt bereits großflächige OTA-Rollouts bei mehreren Modellen wie ATTO 3, Dolphin und Seal. Die Updates erfolgen gestaffelt und umfassen sowohl Benutzeroberflächen als auch funktionale Systeme wie Klimasteuerung und Fahrassistenz.

Das Tempo hängt eng mit BYDs Struktur zusammen. Das Unternehmen entwickelt einen Großteil seiner Technologie selbst – von Batterien und Leistungselektronik über Chips bis zur eigenen DiLink-Softwareplattform. Diese vertikale Integration verringert die Abhängigkeit von Zulieferern und ermöglicht schnellere Entwicklung und Auslieferung von Updates.

Gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb auf dem chinesischen Markt. Leapmotor etwa präsentiert OTA-Updates als Werkzeug zur Verbesserung von Sicherheit, Fahrassistenz und Benutzeroberflächen. Kürzliche Updates führten Funktionen wie One-Pedal-Driving und erweiterte Konnektivität ein. Die Update-Frequenz selbst wird zum Wettbewerbsvorteil.

Für Fahrzeughalter verändert dies den Charakter des Autobesitzes. Fahrzeuge bleiben nach dem Kauf nicht statisch – Funktionen können im Laufe der Zeit hinzugefügt, verfeinert oder sogar überarbeitet werden. OTA-Updates werden zunehmend auch für kritische Probleme genutzt, einschließlich rückrufbezogener Reparaturen, die aus der Ferne geliefert werden.

Parallel wachsen jedoch die Risiken. Cybersicherheit und Zuverlässigkeit rücken in den Fokus, wobei globale Vorschriften mittlerweile strukturierte Systeme für Software-Updates und Sicherheitsmanagement verlangen. Reale Vorfälle mit Datenlecks und Schwachstellen unterstreichen, wie entscheidend die Software-Ebene geworden ist.

Auch das Geschäftsmodell verändert sich. Tesla bietet Funktionen wie Full Self-Driving bereits per Abonnement an, und in Europa sind einige Fahrzeugfunktionen an zeitlich begrenzten oder kostenpflichtigen Zugang gebunden. Damit wird das Auto zur Service-Plattform, auf der Software zu einer wiederkehrenden Einnahmequelle wird.

Die reine Anzahl der Updates sagt noch nicht die ganze Geschichte – ohne Kontext zu Umfang und Wirkung bleiben direkte Vergleiche begrenzt. Dennoch ist die grundsätzliche Richtung klar: Der Wettbewerb in der Automobilindustrie verlagert sich in die Software. Und der Vorteil liegt nun bei jenen Unternehmen, die ihre Fahrzeuge schneller, häufiger und umfassender updaten können als ihre Konkurrenten.

Allen Garwin

2026, Apr 13 09:00