Bentley führt neue Richtlinie für verantwortungsvolle Rohstoffbeschaffung ein

Bentley verschärft Richtlinien für nachhaltige Innenraummaterialien
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Bentley verschärft die Anforderungen an Materialien wie Leder, Wolle und Holz in seinen Innenräumen, mit Fokus auf Nachhaltigkeit, Rückverfolgbarkeit und Tierwohl.

Bentley verschärft die Anforderungen an die Herkunft von Materialien für seine Innenausstattungen – von Leder bis hin zu Holzfurnieren. Diese Neuausrichtung hat der britische Luxushersteller nun in einer neuen Richtlinie für verantwortungsvolle Rohstoffbeschaffung festgeschrieben. Sie konzentriert sich auf Rückverfolgbarkeit, Tierwohl und nachhaltige Waldbewirtschaftung.

Die Richtlinie zielt auf die zentralen Materialien ab, die den Charakter der Fahrzeugkabine prägen: Leder, Wolle und Holz, die im Werk Crewe verarbeitet werden. Sie führt strengere Standards ein, darunter die Einhaltung der EU-Tierschutzgesetzgebung sowie die Nutzung von Zertifizierungssystemen und unabhängigen Verifizierungen, um die Beschaffungspraktiken zu bestätigen.

Dieser Schritt hat auch regulatorische Bedeutung. Holz und Holzprodukte unterliegen nun der EU-Verordnung gegen Entwaldung (EUDR), die Unternehmen verpflichtet, nachzuweisen, dass ihre Materialien nicht mit Entwaldung nach 2020 in Verbindung stehen. Parallel zielen die britischen Holzhandelsverordnungen darauf ab, illegal geschlagenes Holz aus den Lieferketten auszuschließen. Bentley richtet seine Beschaffungsregeln explizit an beiden Rahmenwerken aus und stärkt so Transparenz und Verantwortlichkeit.

Beim Leder baut das Unternehmen auf bestehende Branchenmechanismen auf. Bentley war der erste Automobilhersteller, der der Leather Working Group beitrat – einer Organisation, die Umwelt- und Sozialpraktiken in der Lederproduktion, einschließlich der Rückverfolgbarkeit, überprüft. Dies bietet einen strukturierten Weg zur Umsetzung von Lieferkettenüberwachung durch Zertifizierung und laufende Audits.

Die neue Richtlinie entspricht den Standards des Volkswagen-Konzerns und ist Teil von Bentleys übergreifender Beyond100+-Strategie, in der Nachhaltigkeit als Kernprinzip verankert ist. Diese Strategie geht über die Elektrifizierung hinaus und umfasst eine umfassende Neubewertung der in den Fahrzeugen verwendeten Materialien.

Die Ankündigung stellt eher eine Fortführung als eine Abkehr von Bentleys bisherigem Ansatz dar. Das Unternehmen hat bereits seine Nutzung von Holz aus bewirtschafteten nordamerikanischen Wäldern und seine Erforschung von Alternativen wie recycelten und rekonstituierten Materialien hervorgehoben. Die neue Richtlinie formalisiert diese Bemühungen nun in einem strukturierteren Rahmen.

Das Dokument wird als sich weiterentwickelnd beschrieben. Bentley weist darauf hin, dass die Anforderungen im Zuge sich wandelnder Vorschriften und Branchenerwartungen aktualisiert werden. Das deutet darauf hin, dass die Anforderungen an Lieferanten und die Rückverfolgbarkeitsstandards mit der Zeit wahrscheinlich detaillierter werden.

Letztlich positioniert die Richtlinie Innenraummaterialien nicht nur als Gestaltungselemente, sondern als messbare Komponenten dessen, was Bentley als verantwortungsvollen Luxus definiert.

Mark Havelin

2026, Apr 16 06:38