Stellantis zeigt Alfa Romeo Tonale for All mit DGS03-Pedal-Lenkung

Alfa Romeo Tonale for All: Lenken per Pedal, inklusiv
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Stellantis zeigt den Alfa Romeo Tonale for All mit DGS03-Pedal-Lenksystem und 3D-gedruckter Konsole. Mehr Selbstständigkeit und Sicherheit am Steuer im Alltag.

Zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen hat Stellantis eine besondere Ausführung des Alfa Romeo Tonale vorgestellt: den Tonale for All. Das Projekt versteht sich als praktischer Schritt hin zu inklusiverer Mobilität – eine Anpassung, die für Fahrerinnen und Fahrer mit Einschränkungen der oberen Gliedmaßen entwickelt wurde und mehr Selbstständigkeit am Steuer ermöglichen soll, ohne die Sicherheitsanforderungen aus dem Blick zu verlieren.

Im Zentrum stehen technische Lösungen, die in Italien gemeinsam mit CRF und Fadiel Italiana entstanden sind. Das auffälligste Merkmal ist das DGS03-Pedal-Lenksystem, eine elektromechanische Lösung mit zwei Motoren, die das Lenken über Pedalbewegungen ermöglicht. Stellantis betont eine vollständig redundante Architektur – doppelte Motoren, Batterien und Steuergeräte –, flankiert von einem TFT-Display, das den Fahrer kontinuierlich mit Rückmeldungen versorgt. Eine unkonventionelle, aber schlüssig gedachte Herangehensweise.

Die überarbeitete Mittelkonsole bildet die zweite große Änderung. Sie ist erhöht und per additiver Fertigung maßgeschneidert entstanden, damit zentrale Bedienelemente leichter erreichbar sind. Über das neue Layout lassen sich laut Stellantis Funktionen wie Getriebe, Hupe, Fensterheber, Licht, elektrische Bremse, Sprachbefehle und USB-Anschlüsse bedienen – ein pragmatischer Schritt, der die Handgriffe im Alltag verkürzt.

Alfa Romeo Tonale für alle
Alfa Romeo Tonale for All / stellantis.com

Sicherheit und Regelkonformität stehen ebenfalls im Fokus. Die Konsole ist so konstruiert, dass sie die crashbezogenen Innenraum-Anforderungen der UN/ECE-Regelung Nr. 21 (ECE R21) erfüllt – mit abgerundeten Kanten und minimalem Eingriff in den Innenraum. Darüber hinaus erhielt der Tonale for All vom italienischen Verkehrsministerium die Homologation als Einzelstück.

Stellantis stellt den Tonale for All nicht als einmalige Fingerübung dar. Die für dieses Projekt entwickelten Lösungen sollen sich – im Rahmen lokaler Vorschriften und der Vorgaben medizinischer Kommissionen – auf weitere Modelle des Konzerns übertragen und individuell anpassen lassen. Ein Ansatz, der nur dann trägt, wenn er in die Breite kommt.

Der Konzern verweist zudem auf Erfahrungen aus anderen Projekten. Genannt wird der Citroën Ami for All, der 2020 aus dem internen Star*up-Programm hervorging und gemeinsam mit PIMAS entwickelt wurde, um alltagstaugliche, barrierearme Mobilität zu unterstützen – insbesondere für Rollstuhlnutzende. Außerdem hebt Stellantis das seit 1995 laufende italienische Autonomy Program hervor (mit Mobility Centers, die Begutachtung und Beratung zu Anpassungen anbieten) sowie das US-amerikanische DriveAbility Program, das sich auf Fahrzeuge für adaptive Umbauten konzentriert.

Wenn Vorhaben wie der Tonale for All den Sprung von einzelnen Demonstrationen zu wiederholbaren, skalierbaren Lösungen schaffen, kann aus individueller Maßanfertigung ein standardisierter Weg werden. In der Lesart von Stellantis zeigt sich, dass sich inklusive Mobilität in Ingenieursentscheidungen verankern lässt – und dennoch Teil eines regulären Modellprogramms bleiben kann, statt in einer Nische zu verharren. Genau dieser Brückenschlag entscheidet am Ende über die Relevanz im Alltag.

Mark Havelin

2025, Dez 08 16:03