Held der 1955er Saison: Mercedes-Benz 300 SLR bei der 1000 Miglia Experience UAE
Mercedes-Benz Classic bringt den 300 SLR erstmals in die Golfregion: 1000 Miglia Experience UAE, Open-Car-Ikonen, Classic Partner und Digital-Twin-Projekt.
Mercedes-Benz Classic hat eines der ikonischsten Rennfahrzeuge der Marke erstmals in die Golfregion gebracht: den Mercedes-Benz 300 SLR (W 196 S) von 1955. Der Auftritt des Silberpfeils zählte zu den prägenden Momenten der 1000 Miglia Experience UAE, die vom 30. November bis 4. Dezember 2025 in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattfand und auf 120 seltene Fahrzeuge aus aller Welt begrenzt war.
Die Veranstalter inszenieren das Event als nahöstliche Interpretation des Geists der historischen Mille Miglia – eine Mischung aus Automobilkultur, eindrucksvollen Landschaften und moderner Architektur. Mercedes-Benz Classic setzte dabei bewusst auf Bewegung statt Vitrine: Der 300 SLR war nicht nur entlang der Route zu sehen, sondern auch in Aktion, einschließlich Start- und Zieleinläufen. Das passt zu einem Auto, das seine stärkste Wirkung entfaltet, wenn es fährt.
Die erzählerische Klammer für dieses Debüt knüpft an ein Jubiläumsjahr an. Das Unternehmen verweist auf 1955 als außergewöhnliche Motorsportsaison, in der Juan Manuel Fangio den Formel-1-Weltmeistertitel holte und der 300 SLR die Sportwagen-Weltmeisterschaft gewann. In den Unterlagen wird zudem die Mille-Miglia-Geschichte verankert: Der Sieg von Stirling Moss und Denis Jenkinson in einem 300 SLR mit der Startnummer 722 wird als Rekordfahrt herausgestellt; John Fitch und Kurt Gessl holten mit einem seriennahen 300 SL (W 198) mit der Nummer 417 einen Klassensieg und Platz fünf gesamt – ein direkter Bezug auf die Startzeit um 4:17 Uhr.
Neben dem 300 SLR setzte Mercedes-Benz Classic einen zweiten Akzent unter dem Motto, es gehe ohne Windschutzscheibe um reinen Rennsport. Unter dieser Überschrift traten drei weitere Fahrzeuge an: ein sportlich optimierter 190 SL, der Mercedes-Benz SLR McLaren Stirling Moss (eine Serie von 75 Exemplaren, ohne Dach und Windschutzscheibe) sowie der moderne Mercedes-AMG PureSpeed. Der PureSpeed wird als streng limitiertes Modell mit maximal 250 Exemplaren vorgestellt und von einem 4,0-Liter-V8-Biturbo mit 430 kW (585 PS) und 800 Nm angetrieben. Selbst das Design zitiert Geschichte: Aerodynamische Lufthutzen hinter den Kopfstützen dienen als visueller Verweis auf den 300 SLR.
Die Rallye markierte zudem einen regionalen Meilenstein im Kundennetzwerk von Mercedes-Benz Classic. Im Vorfeld wurde der erste Mercedes-Benz Classic Partner in den VAE vorgestellt: Gargash Enterprise LLC in Dubai, ein seit 1958 bestehender autorisierter Mercedes-Benz Händler mit Zuständigkeit für Dubai, Sharjah und die Nördlichen Emirate. Der Schritt deutet auf eine breiter angelegte Stärkung der Oldtimer-Infrastruktur im Nahen Osten hin – im Einklang mit der dort gewachsenen Sammlerszene.
Eine weitere Ebene der Geschichte richtet den Blick auf digitale Tradition. Parallel fand in Abu Dhabi die Sotheby’s Collectors’ Week statt, bei der Roarington das The Classic Car Trust Forum ausrichtete und Mercedes-Benz Heritage an einem Panel teilnahm, das den Einfluss von Tradition und Innovation auf die Sammelkultur beleuchtete. In diesem Zusammenhang verknüpfen Mercedes-Benz Heritage und Roarington ihre Partnerschaft öffentlich mit einem Digital Twin des Mercedes-Benz Museums und dessen künftiger Integration in das entstehende „Dreamland“-Ökosystem von Roarington – ein Ansatz, der Ikonen nicht nur aus Metall, sondern auch über immersive digitale Erlebnisse erlebbar machen soll.
In der Summe wirkt das Golf-Debüt des 300 SLR wie deutlich mehr als ein einzelner Auftritt: Es verknüpft das Jubiläumsnarrativ rund um 1955 mit einem zeitgenössischen Open-Car-Thema, stärkt zugleich die regionale Servicebasis und skizziert einen digitalen Fahrplan für Heritage. Sollte die Marke diesen Kurs fortsetzen, könnten Formate wie die 1000 Miglia Experience UAE zu einer wiederkehrenden Bühne für drei Säulen werden – historische Ikonen, das klassische Supportnetz dahinter und die digitalen Werkzeuge, die die Geschichte für neue Generationen attraktiv halten.
Mark Havelin
2025, Dez 08 17:07