Neuer BMW iX3: Vorbote der Neuen Klasse mit 800‑V, 400 kW Laden und bis zu 805 km WLTP

BMW iX3 der Neuen Klasse: 800‑Volt, 805 km WLTP-Reichweite
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Alles zum neuen BMW iX3: erstes Serienmodell der Neuen Klasse mit 800‑V‑Architektur, DC-Laden bis 400 kW und 679–805 km WLTP. Produktion 2025, Marktstart 2026.

Die BMW Group hat im PressClub Global eine Veröffentlichung zum neuen BMW iX3 bereitgestellt, die in ihrer Machart wie ein Redaktionspaket wirkt: On‑Location‑Fotos und B‑Roll vom internationalen Medienstart in Sotogrande, Spanien. Hinter dieser nüchternen Hülle steckt jedoch ein größerer Ansatz: Der iX3 wird nicht mehr als weiterer Elektro‑Crossover im Portfolio positioniert, sondern als Bühne für den nächsten BMW‑Aufschlag.

iX3 als erster Vorbote der Neuen Klasse – und warum das zählt

BMW iX3 50 xDrive
BMW iX3 50 xDrive / bmwgroup.com

BMW beschreibt den iX3 als erstes Serienmodell der Neuen Klasse. Wichtig dabei: Es handelt sich nicht um eine elektrifizierte Variante des X3, sondern um ein eigenständiges Modell auf separater Architektur. Künftige X3 mit Verbrennung könnten außen ähnlich wirken, technisch und in der Produktlogik fährt der iX3 aber seine eigene Linie. Im Kern nutzt BMW einen vertrauten Namen, um eine neue Familie mit neuen Regeln, Prioritäten und Technologien einzuführen.

Die Botschaft ist klar: Neue Klasse bedeutet keinen kosmetischen Fortschritt, sondern einen Plattformwechsel und eine veränderte Herangehensweise. Deshalb liest sich selbst dieses Medienpaket breiter – es legt die visuellen und erzählerischen Leitplanken für die nächsten Modelle.

WLTP-Werte, die den Wirbel um das Modell erklären

BMW iX3 50 xDrive
BMW iX3 50 xDrive / bmwgroup.com

Genannt werden zentrale WLTP‑Kennzahlen:

Energieverbrauch: 17,9–15,1 kWh/100 km;
CO₂‑Emissionen: 0 g/km;
Effizienzklasse: A;
Reichweite: 679–805 km.

Schon die Spannbreite bei der Reichweite liest sich wie eine klare Ansage: Der iX3 soll nicht als beliebiger Elektro‑Crossover auftreten, sondern demonstrieren, was die neue technische Basis liefern kann. In dieser Logik werden Zahlen zu Überschriften – Argumente auf die typischen EV‑Fragen: Wie weit kommt er? Und wie alltagstauglich ist das?

800 Volt und bis zu 400 kW Laden: Fokus auf Alltag, nicht auf Versprechen

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BMW iX3 50 xDrive / bmwgroup.com

Eine weitere Ebene betrifft die Elektro‑Hardware und das Laden. In der Fachberichterstattung wird der iX3 als erstes BMW‑Elektromodell mit 800‑Volt‑Architektur hervorgehoben, zudem ist von Gleichstromladen bis zu 400 kW die Rede. Zusammen mit der angegebenen WLTP‑Reichweite wirkt das wie der Versuch, zwei hartnäckige E‑Auto‑Schmerzpunkte gleichzeitig anzugehen: Ladegeschwindigkeit und Langstreckentauglichkeit – und zwar in einem Serienfahrzeug, nicht als Studienversprechen.

Wenn sich diese Parameter in der Praxis und in der Großserie stabil bestätigen, sendet BMW ein starkes Marktsignal: Die Neue Klasse sei kein Experiment am Rand der Palette, sondern der neue Standard der Marke.

Produktion und Vertriebsplan: der Schritt in die „Erwachsenenphase“

Sobald Termine und Werke genannt werden, wird die Debatte greifbarer – und ernster. Laut Reuters soll die Serienfertigung des iX3 im Werk Debrecen (Ungarn) Ende Oktober 2025 starten, der Europa‑Verkauf im März 2026 beginnen. Als Richtpreis nennt Reuters 68.900 €.

Das erklärt, warum ein „Assets‑für‑Redaktionen“-Paket genau jetzt kommt: Das Auto wechselt von Premieren und großen Ankündigungen in eine Phase, in der Timing, Skalierung und Ökonomie genauso zählen wie Design und Bestwerte in den Unterlagen. Kurz gesagt: Aus „Wie sieht er aus?“ wird zunehmend „Wie schnell lässt er sich bauen?“ und „Was kostet er in der realen Kaufentscheidung?“

Assistenten ohne Nerv‑Faktor: wie BMW das Fahrerlebnis einordnet

BMW iX3 50 xDrive
BMW iX3 50 xDrive / bmwgroup.com

In den Beschreibungen des Fahrverhaltens betont BMW eine Art Symbiose zwischen Mensch und Assistenzsystemen. Gemeint ist, Funktionen nicht aufzuschichten, die den Fahrer ständig anstupsen, sondern Unterstützung so natürlich wirken zu lassen, dass sie im Ideal unsichtbar bleibt und sich bei Bedarf leicht überstimmen lässt.

Dafür wird eine zentrale Steuerarchitektur hervorgehoben: Vier Rechner sollen Fahrerassistenz, Echtzeit‑Datenverarbeitung, Momentenverteilung, Antriebsregelung, Infotainment und Konnektivität koordinieren. Dieses „Gehirn“ bildet die Basis für souveränes Verhalten – auch bei unklarer Fahrbahnmarkierung oder in komplexeren Verkehrssituationen.

Zugleich wird die Balance herausgestellt: Der Mensch bleibt am Ruder, weil er jederzeit mit Lenken, Gas, Bremse eingreifen oder per Taste abschalten kann. Die Botschaft dahinter: Das Auto erhält viel Intelligenz, die Entscheidungshoheit bleibt dennoch beim Fahrer.

Dynamik, Raum, Alltag: ein Auto für die lange Strecke

Der iX3 wird als großer Elektro‑SUV beschrieben: rund 4,80 m lang und 1,90 m breit. Außerdem genannt werden:

Leistung in einer Version: 470 PS;
Kofferraumvolumen: 520 Liter;
Radstand: 2,90 m.

In Summe skizziert das ein Auto, das mehr will als Stadtverkehr. Der Kofferraum wird als praktisch geschnitten mit Unterflurfach beschrieben; die zweite Reihe als großzügig, mit luftigem Eindruck dank großem Glasdach. Dazu kommen alltagstaugliche Details wie Mittelarmlehne mit Cupholdern und geteilt umklappbarer Lehne im Verhältnis 40/20/40 inklusive Durchreiche für längere Gegenstände.

Auf der dynamischen Seite bleibt die Markenlinie erkennbar: Der Allradantrieb ist heckbetont ausgelegt, die E‑Maschinen kombinieren vorn eine Asynchron‑ mit hinten einer stärkeren Synchron‑Einheit. In Verbindung mit fein abgestimmtem Momentenmanagement entsteht das klare Bild, dass BMW Fahrfreude auch im Elektrozeitalter als Markenkern beansprucht – auf neuer technischer Basis.

Wie es weitergeht: der Startpunkt, bevor die echten Prüfungen beginnen

Aktuell wird der iX3 als Auftakt der Neuen Klasse inszeniert – mit polierten Sotogrande‑Bildern, herausgestellten WLTP‑Werten, 800‑Volt‑Technik samt Schnellladen sowie dem Schwerpunkt auf Rechnerarchitektur und Fahrer‑„Symbiose“.

Der nächste, unausweichliche Schritt passiert dort, wo klare Marketingaussagen auf Realität treffen: wie schnell BMW die Produktion hochfahren kann, ob die genannten Kennwerte gehalten werden und wie überzeugend sich der iX3 im direkten Vergleich bei echten Kaufentscheidungen schlägt. Die Richtung ist vorgegeben – nun muss sie sich auf Strecke bewähren.

Ethan Rowden

2025, Dez 09 09:02