Fords Europaplan: Partnerschaft mit Renault und neue E-Modelle

Ford in Europa: neue Strategie, Renault-Deal, E-Auto-Fokus
ford.com

Ford setzt in Europa auf Agilität: Renault-Partnerschaft (Ampere-Plattform), Ausbau von Ford Pro und neue elektrifizierte Modelle. Ziele und Politik heute.

Ford schlägt in Europa ein neues Kapitel auf: Das Unternehmen setzt stärker auf Agilität, technologischen Fortschritt und eine erneuerte Produktausrichtung. Ziel ist es, die Position in einer Region zu festigen, in der der Wettbewerb anzieht und Umweltauflagen strenger werden. Im Zentrum dieses Plans stehen eine strategische Partnerschaft mit der Renault Group, ein breites künftiges Modellprogramm sowie der Appell an die Politik, Klimaziele realitätsnah auszurichten.

Die Ausrichtung ruht auf drei Säulen. Erstens will Ford die Stärke von Ford Pro – der Sparte für Nutzfahrzeuge und digitale Dienste – weiter ausbauen; sie hat sich in Europa zum stabilen Rückgrat entwickelt. Zweitens bereitet die Marke eine Erweiterung des Pkw-Portfolios vor: eine Welle neuer Modelle mit unterschiedlichen elektrifizierten Antriebsoptionen, die Kunden beim Übergang zur Elektrifizierung unterstützen sollen. Drittens optimiert Ford seinen industriellen Fußabdruck, um Größenvorteile zu heben und die Kosteneffizienz zu verbessern. Insgesamt wirkt das wie eine nüchterne Prioritätenliste, die auf Tempo und Skalierbarkeit zielt.

Herzstück der nächsten Phase ist die neu angekündigte strategische Partnerschaft mit der Renault Group. Beide Unternehmen entwickeln gemeinsam zwei Elektrofahrzeuge auf Basis von Renaults Ampere-Plattform; Ford übernimmt dabei Design und Fahrdynamik, damit die Modelle eine unverwechselbare Ford-Identität behalten. Parallel prüfen die Partner die gemeinsame Entwicklung leichter Nutzfahrzeuge – mit dem Ziel, zusätzliche Skaleneffekte zu erschließen und die Marktabdeckung zu erweitern. Ein pragmatischer Hebel, statt alles im Alleingang zu stemmen.

Dieser Ansatz knüpft an Fords Tradition an, in Europa starke Allianzen zu formen. Das Unternehmen arbeitet bereits erfolgreich mit der Koc Group über Ford Otosan zusammen und unterhält eine strategische Partnerschaft mit Volkswagen, in deren Rahmen aktuelle Ford-Elektrofahrzeuge im Cologne Electric Vehicle Center entstehen. Diese Kooperationen stärken das Produktionsnetz und bereiten den Boden für die nächste Generation von Multi-Energy-Fahrzeugen, die voraussichtlich 2028 bei den Händlern ankommt.

Ford betont, dass die Weiterentwicklung des Marktes für Elektrofahrzeuge ein abgestimmtes Vorgehen von Industrie und Politik verlangt. Derzeit sind vollständig elektrische Autos für 16,1 Prozent der Neuzulassungen in Europa verantwortlich – deutlich weniger, als nötig wäre, um die strengen CO2-Vorgaben bis 2025 zu erreichen. Nach Einschätzung des Unternehmens könnte der Umstieg auf Elektrifizierung ohne Anpassungen der regulatorischen Ziele und ein verlässliches Anreizsystem für Verbraucher und kleine Betriebe zur Belastung werden. Die Herausforderung zeigt sich besonders im Segment der leichten Nutzfahrzeuge, in dem nur 8 Prozent der neuen Transporter elektrisch fahren.

Ford schlägt drei Felder für den politischen Dialog vor: Emissionsziele an die Marktrealität anpassen, konsistente Anreize für Endkunden etablieren und die breitere Wirtschaft unterstützen – dort, wo Nutzfahrzeuge als unverzichtbare Werkzeuge für Tausende Betriebe dienen. Nach Darstellung der Unternehmensführung ist nur ein solch umfassender Ansatz geeignet, das Tempo der Transformation zu halten und sie tatsächlich zugänglich zu machen. Das klingt nach Realismus statt Wunschdenken.

Die aktualisierte Strategie verbindet pragmatische Brancheneinsichten mit einem klaren Fokus auf Innovation und Zusammenarbeit. Ford ist überzeugt, dass dieses Gleichgewicht die Position im sich rasant wandelnden europäischen Markt stärkt und das Fundament für die nächste Fahrzeuggeneration legt – ein Kurs mit Chancen, wenn Umsetzung und Timing stimmen.

Mark Havelin

2025, Dez 10 18:26