2026 bei Mercedes-Benz Classic: Jubiläen, Ikonen und Automobilgeschichte
Mercedes-Benz Classic blickt 2026 auf zentrale Jubiläen: vom Patent von 1886 über die Fusion 1926 und die W123 bis zu Barényis Sicherheitskonzepten, Motorsport.
Für Mercedes-Benz Classic wird 2026 ein Jahr mit einer außergewöhnlichen Dichte an historischen Wegmarken, die zentrale Momente der eigenen Markengeschichte mit der Entwicklung des Automobils insgesamt zusammendenken.
Die Geschichte setzt 1886 ein, als Carl Benz sein dreirädriges, von einem Benzinmotor angetriebenes Fahrzeug zum Patent anmeldete. Dieses Dokument gilt weithin als die Geburtsurkunde des Automobils. Fast zeitgleich legte Gottlieb Daimler die Basis für das vierrädrige Motorfahrzeug – zwei Linien, die sich bald annähern sollten.
Bereits 1896 verließ die Motorisierung den Bereich privater Versuche. Daimler präsentierte den weltweit ersten motorisierten Lastwagen, während Benz & Cie. ein Fahrzeug mit eigenem Laderaum auslieferte – faktisch den ersten Lieferwagen. Damit begann der gewerbliche Transport als eigenständiges Segment; ein Schritt, der Mobilität vom Experiment zum Werkzeug der Wirtschaft machte.
1926 folgte der Wendepunkt: Benz & Cie. und die Daimler-Motoren-Gesellschaft schlossen sich zusammen. Aus zwei Pioniertraditionen wurde eine Marke, die als Mercedes-Benz die Identität des Unternehmens für das kommende Jahrhundert prägte – aus zwei Schulen entstand ein klarer Markenkern.
Das Jubiläumsjahr rückt zudem prägende Fahrzeuge und technische Leistungen in den Fokus. Die 1976 eingeführte Baureihe W123 wurde zum Synonym für Robustheit und Zuverlässigkeit und festigte das Fundament dessen, was später zur E-Klasse reifte. Parallel dazu etablierten die Sicherheitskonzepte des Ingenieurs Béla Barényi Prinzipien, die die passive Fahrzeugsicherheit bis heute branchenweit definieren – die klare Logik dieser Ideen wirkt nach wie vor modern.
Ein weiteres Kapitel schreiben Motorsport und Versuchstechnik. Rekordträchtige Prototypen, Erfolge im Gruppe-C-Rennsport und die ununterbrochene Rolle von Mercedes-Benz als offizielles Formel-1-Safety-Car seit Mitte der 1990er-Jahre unterstreichen die enge Verbindung von Wettbewerb, Innovation und Serie. Hier wird sichtbar, wie die Rennstrecke als Labor Impulse für den Alltag liefert.
Den Kreis schließt das 2006 eröffnete Mercedes-Benz Museum in Stuttgart. Über zwei Jahrzehnte hinweg entwickelte es sich zu einem zentralen Bezugspunkt, der die vollständige Markengeschichte dokumentiert und inszeniert – von den ersten Patenten bis zu zeitgenössischen Technologiekonzepten. Der Ort macht nachvollziehbar, wie Vergangenheit und Gegenwart sich gegenseitig erklären.
In der Summe sind die Jubiläen des Jahres 2026 mehr als eine Abfolge von Daten. Sie zeichnen eine fortlaufende Erzählung davon, wie sich das Automobil vom ingenieurtechnischen Durchbruch zu einem globalen technologischen und kulturellen Phänomen entwickelt hat. Gerade diese Langlinie lässt die Kontinuität der Marke spürbar werden.
Mark Havelin
2025, Dez 15 00:13