Neue Batteriemontage in Martorell: SEAT & CUPRA verankern die E-Strategie des VW Konzerns
SEAT & CUPRA starten in Martorell eine Batteriemontage für MEB+-Systeme: 300.000 Einheiten/Jahr, Versorgung von CUPRA Raval und VW ID. Polo, Solarstrom, CTP.
SEAT & CUPRA haben am Standort Martorell offiziell eine neue Montageanlage für Batteriesysteme in Betrieb genommen – ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg der Marken in die Elektromobilität. Die Anlage spielt eine zentrale Rolle in der Transformation von SEAT & CUPRA und fügt sich zugleich in die Batterie-Strategie des Volkswagen Konzerns ein, die auf den Ausbau interner Fähigkeiten und den langfristigen Zugang zu Batterietechnologien zielt. Das setzt ein klares Signal: Schlüsseltechnologien sollen verstärkt im eigenen Haus bleiben.
Die neue Fabrik umfasst 64.000 Quadratmeter und ist darauf ausgelegt, alle 45 Sekunden ein Batteriesystem zu montieren. Im Vollbetrieb sind das bis zu 1.200 Einheiten pro Tag und rund 300.000 pro Jahr. Ab 2026 versorgt die Anlage exklusiv die Serienproduktion des CUPRA Raval und des elektrischen Volkswagen ID. Polo, beide ebenfalls in Martorell gebaut.
Die Batteriesysteme gelangen automatisch über eine 600 Meter lange, geschlossene Brücke in die Fahrzeugmontage. Dieses Logistikkonzept soll interne Abläufe vereinfachen, Handlingszeiten verkürzen und eine effizientere Großserienfertigung von E-Autos unterstützen. In der Praxis verspricht das spürbar ruhigere Materialflüsse und weniger Schnittstellen.
Nachhaltigkeit ist fester Bestandteil des Projekts. Auf dem Dach sind 11.000 Solarmodule installiert, die rund 70% des für die Batteriemontage benötigten Stroms abdecken. Zusätzlich sammelt die Anlage Regenwasser in einem Umfang, der drei olympischen Schwimmbecken entspricht – ein deutlicher Fokus auf einen schonenden Ressourceneinsatz.
In Martorell entstehen künftig Batteriesysteme der nächsten Generation auf Basis der MEB+-Plattform, einschließlich Cell-to-Pack-Architektur und des Unified-Cell-Konzepts des Volkswagen Konzerns. Vorgesehen ist zudem der Einsatz von Lithium-Eisenphosphat (LFP) für bestimmte Modelle. Das folgt der Linie, Kosten zu senken und die Elektromobilität breiter zugänglich zu machen – ein pragmatischer Schritt in einem preissensiblen Segment.
Der Start der Batteriesystemmontage ist eng mit der Electric Urban Car Family verknüpft, die SEAT & CUPRA als Teil der Brand Group Core des Konzerns verantworten. Zum Programm gehören vier kompakte E-Modelle aus drei Marken – CUPRA Raval, Volkswagen ID. Polo, Skoda Epiq und Volkswagen ID. Cross –, die allesamt in Spanien entstehen und auf den europäischen Massenmarkt zielen. Damit rückt bezahlbare Elektromobilität im Kompaktformat klar in den Mittelpunkt.
Die Investition in die Montageanlage beläuft sich auf 300 Millionen Euro und ist Teil eines umfassenden Engagements von 10 Milliarden Euro, das der Volkswagen Konzern mit Partnern für die Elektrifizierung in Spanien plant. Davon entfallen 3 Milliarden Euro auf die Transformation des Standorts Martorell. Perspektivisch soll das Werk eine der größten Produktionsdrehscheiben des Konzerns in Europa bleiben – mit einer potenziellen Jahreskapazität von bis zu 600.000 Fahrzeugen, von denen ein signifikanter Anteil vollelektrisch sein könnte. Das unterstreicht den Anspruch, Martorell langfristig als Kernstandort der E-Strategie zu verankern.
Mark Havelin
2025, Dez 15 23:29