Stellantis stärkt das Windsor Assembly Plant: dritte Schicht und 1.500 Jobs bis 2026
Stellantis schafft in Windsor 1.000+ Jobs und startet bis 2026 eine dritte Schicht. Alle Fakten zu Modellen, Investitionen in Kanada und regionalen Impulsen.
Stellantis rückt dem Start einer dritten Schicht im Windsor Assembly Plant in Ontario näher: Mehr als 1.000 neue Beschäftigte sind bereits eingestellt. Diese Marke ist ein wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg zu bis zu 1.500 Stellen, die vor dem geplanten Anlauf der zusätzlichen Schicht Anfang 2026 entstehen sollen.
Die vergrößerte Belegschaft spiegelt die steigende Nachfrage nach Produktion in einem der bedeutendsten Stellantis-Werke in Nordamerika. Seit über vier Jahrzehnten laufen in Windsor Chrysler-Minivans vom Band; aktuell werden dort Chrysler Pacifica, Voyager und Grand Caravan montiert – Modelle, die in Kanada wie in den USA zu den meistverkauften Minivans zählen. Parallel dazu hat Windsor mit der Fertigung neuer Dodge-Charger-Varianten begonnen, darunter benzinbetriebene Modelle mit SIXPACK-Antrieb und der vollelektrische Dodge Charger Daytona Scat Pack mit 670 Pferdestärken. Für ein Werk mit Minivan-Tradition ist diese Mischung aus Familienmodellen und Performance-Portfolio ein bemerkenswerter Spagat.
Mit der Rückkehr zur dritten Schicht nähert sich die Beschäftigung faktisch dem Niveau vor 2020, als die Produktion über Nacht zurückgefahren wurde. Nach Angaben von Unifor ist der Übergang zum Dreischichtbetrieb für das erste Quartal 2026 geplant und dürfte etwa 1.000 Stellen umfassen, ein erheblicher Teil davon durch frisch eingestellte Kräfte.
Für die Region Windsor–Essex hat die Ankündigung eine größere wirtschaftliche Tragweite. Die lokale Ökonomie ist traditionell eng mit der Autobranche verknüpft, die Arbeitslosigkeit lag 2025 über dem nationalen Durchschnitt. Vor diesem Hintergrund könnte der Ausbau bei einem der größten Arbeitgeber der Gegend den Arbeitsmarkt stabilisieren und angrenzende Industrien stützen. Das kommt der Region spürbar entgegen.
Die Einstellungswelle in Windsor ist Teil einer breiteren Investitionsstrategie von Stellantis in Kanada. Seit 2022 flossen 7,9 Milliarden US-Dollar in das Land – in die Modernisierung von Werken, den Ausbau des Automotive Research and Development Centre sowie den Start der Batteriefabrik von NextStar Energy. In Windsor zielen die Mittel auf eine flexible Multi-Energie-Produktionsarchitektur, die sowohl Verbrenner als auch elektrifizierte Fahrzeuge unterstützen kann. Das Setup ist erkennbar darauf ausgelegt, zwischen Antriebswelten ohne Reibungsverluste wechseln zu können.
Gleichzeitig adressiert das Unternehmen die Folgen der Betriebspause im Brampton Assembly Plant. Beinahe 240 Mitarbeitende haben sich für einen Wechsel nach Windsor entschieden, während andere betroffene Stundenlohn-Beschäftigte während der Pause 70 Prozent ihres Lohns und Gesundheitsleistungen erhalten. So hält Stellantis qualifizierte Arbeitskräfte im Unternehmen und kann Personal innerhalb der kanadischen Standorte gezielt umverteilen.
In Summe zeigt sich: Kanada nimmt im globalen Gefüge von Stellantis eine strategische Rolle ein. Die Kombination aus Personalaufbau in Windsor, einem wachsenden Produktportfolio und anhaltenden Investitionen lässt erkennen, dass der Konzern die Region nicht nur als Fertigungsknoten, sondern als langfristige Basis für die nächste Fahrzeuggeneration betrachtet. Das wirkt weniger wie eine Momentaufnahme, sondern wie ein bewusst gesetzter Kurs.
Mark Havelin
2025, Dez 16 07:42