BMW CRCC in Salching: direktes Recycling von Batteriezellen

BMW eröffnet CRCC: Direktes Batteriezell-Recycling
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BMW startet in Salching das CRCC: direktes Batteriezell-Recycling per Zerlegung; Lithium, Kobalt, Nickel fließen in die Pilotfertigung Parsdorf zurück.

Die BMW Group hat mit der Inbetriebnahme ihres neuen Cell Recycling Competence Center (CRCC) im niederbayerischen Salching einen weiteren praxisnahen Schritt hin zu einer Kreislaufwirtschaft in der Batteriefertigung getan. Die gemeinsam mit der Encory GmbH entwickelte Anlage ist nun offiziell am Netz und markiert einen wichtigen Schritt in der Strategie von BMW, kritische Batteriematerialien in einem geschlossenen Produktionskreislauf zu halten – eine konsequente Weichenstellung.

Im Zentrum steht ein von Expertinnen und Experten der BMW Group entwickeltes Verfahren für direktes Recycling. Anders als bei herkömmlichen hydro- oder pyrometallurgischen Methoden setzt der Ansatz auf die mechanische Zerlegung von Restmaterialien aus der Batteriezellfertigung – einschließlich kompletter Zellen. Die gewonnenen Stoffe werden nicht chemisch in ihren Ursprungszustand zurückgeführt, sondern direkt wieder in den Herstellprozess von Batteriezellen eingespeist. Dadurch entfallen mehrere energieintensive Verarbeitungsschritte, was den Prozess pragmatischer und effizienter macht.

Nach dem Hochlauf soll das CRCC Batteriezellmaterialien im mittleren zweistelligen Tonnenbereich pro Jahr verarbeiten. Zurückgewonnene Rohstoffe wie Lithium, Kobalt, Nickel, Graphit, Mangan und Kupfer werden in der Pilotfertigung von Batteriezellen im Cell Manufacturing Competence Center (CMCC) in Parsdorf erneut verwendet. Entwicklung, Produktion und Recycling bleiben damit in einem eng vernetzten regionalen Verbund – ein Setup mit spürbarem Praxisnutzen.

Gebaut und betrieben wird die Anlage von der Encory GmbH, einem Joint Venture der BMW Group und der Interzero Group mit jeweils 50 Prozent Anteil. Während Encory den Betrieb verantwortet, verbleibt das geistige Eigentum am Verfahren des direkten Recyclings vollständig bei der BMW Group. Das Projekt umfasst Investitionen von rund 10 Millionen Euro und schafft etwa 20 Arbeitsplätze. Das 2.200 Quadratmeter große Gebäude ist mit Photovoltaik ausgestattet; zudem kann die beim Entladen von Batteriezellen frei werdende Energie zur Unterstützung des Recyclingbetriebs genutzt werden.

BMW versteht das direkte Recycling nicht als reines Forschungsvorhaben, sondern als Technologie mit Potenzial für den künftigen Serieneinsatz. Nach Unternehmensangaben kann der Ansatz dazu beitragen, Kosten zu senken und die Nachhaltigkeit der Batteriezellfertigung zu verbessern – zumal europäische Vorgaben zunehmend höhere Recyclingwirkungsgrade und Mindestanteile recycelter Inhalte in Batterien verlangen. In diesem Kontext wirkt der eingeschlagene Kurs stringent und vorausschauend.

Mit dem CRCC schließt BMW eine regionale Kompetenzkette, die von der Forschung in München über die Pilotfertigung in Parsdorf bis zum Recycling in Salching reicht. Zusammen bilden diese Standorte das Rückgrat der Batteriezellstrategie des Konzerns und unterstreichen den Anspruch, aus ausgedienten Batterien eine verlässliche Rohstoffquelle für die nächste Generation von Elektrofahrzeugen zu machen.

Mark Havelin

2025, Dez 17 10:16