Warum moderne Autos immer schwerer werden: Sicherheit, SUVs und Batterien im Fokus

Warum moderne Autos immer schwerer werden: Fakten & Trends
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Moderne Autos werden schwerer: Sicherheitsvorschriften, SUVs, Batterien und Komfort treiben das Gewicht. Folgen für Effizienz und Sicherheit im Überblick.

Moderne Autos werden seit Jahrzehnten kontinuierlich schwerer – nicht nur gefühlt, sondern durch Zahlen belegt. Branchendaten und Forschung zeigen, dass das Durchschnittsgewicht neuer Fahrzeuge heute um mehrere hundert Kilogramm über dem Niveau der späten 1990er liegt. Besonders ausgeprägt ist dieser Trend in den USA und in Europa, wo größere Karosserieformen und Elektrofahrzeuge den Markt prägen.

Ein Haupttreiber dieser Gewichtszunahme sind Sicherheitsvorschriften. Aktuelle Crashtest-Anforderungen verlangen stabilere und komplexere Strukturen mit verstärkten Säulen, Türen und Schwellern sowie erweiterten Knautschzonen. Dazu kommen mehr Airbags und eine wachsende Zahl aktiver Assistenzsysteme – von Kameras und Radarsensoren bis zu elektronischen Helfern. Das erhöht den Insassenschutz spürbar, bringt aber zwangsläufig zusätzliche Masse mit sich.

Auch die Nachfrage der Kundschaft hat sich verschoben. SUVs, Crossover und Pick-ups dominieren in wichtigen Märkten und bringen konstruktionsbedingt mehr Gewicht auf die Waage als klassische Limousinen oder Kompaktwagen – oft um mehrere hundert Kilogramm. Selbst bei gemeinsamen Plattformen führen größere Außenmaße und mehr Bodenfreiheit zu einem höheren Gesamtgewicht.

Eine zentrale Rolle spielt die Elektrifizierung. Batteriepakete in Elektroautos können mehrere hundert Kilogramm wiegen und zählen zu den größten Einzelposten beim Fahrzeuggewicht. Studien deuten darauf hin, dass Leichtbaumaterialien zwar die Karosseriemasse senken können, dieser Vorteil jedoch oft nur teilweise durch das schiere Batteriemasse kompensiert wird.

Komfort und digitale Technik addieren weitere Kilos. Moderne Fahrzeuge kommen mit aufwendigen Infotainmentsystemen, Elektromotoren für Sitze und Heckklappen, umfangreicher Geräuschdämmung und ausgefeilter Klimatisierung. In Summe entstehen so zusätzliche Dutzende bis hin zu mehreren hundert Kilogramm im Vergleich zu älteren, puristischeren Modellen.

Mehr Gewicht wirkt sich direkt auf Verbrauch und Effizienz aus. Behörden und Branchenorganisationen bestätigen, dass schwerere Fahrzeuge vor allem im Stadtverkehr mehr Energie zum Beschleunigen und Bewegen benötigen. Aktuelle englisch- und deutschsprachige Quellen liefern jedoch keine einheitliche, zeitgemäße Formel, die den exakten Einfluss jedes zusätzlichen Kilogramms auf Kraftstoff- oder Energiebedarf beziffert.

Die Beziehung zwischen Masse und Sicherheit ist kompliziert. Schwerere Fahrzeuge können ihre eigenen Insassen bei Kollisionen mit leichteren Autos besser schützen. Gleichzeitig zeigen Untersuchungen, dass dieser Vorteil schnell abflacht – und auf Kosten anderer Verkehrsteilnehmender geht: Fahrer kleinerer Autos, Fußgänger und Radfahrende sind bei großen Masseunterschieden stärker gefährdet, die Unfallfolgen werden tendenziell schwerer.

Hersteller investieren daher in Leichtbau mit Aluminium, hochfesten Stählen und Verbundwerkstoffen. Jüngere Studien legen jedoch nahe, dass diese Fortschritte häufig durch größere Batterien, mehr Ausstattung und wachsende Fahrzeugabmessungen aufgezehrt werden. Unterm Strich steigt das Gesamtgewicht weiter, trotz Fortschritten bei Materialien und Konstruktion.

Moderne Autos werden nicht aus einem einzigen Grund schwerer, sondern durch das Zusammenspiel aus Sicherheitsanforderungen, Elektrifizierung, Komfortwünschen und Markttrends. Die Branche sucht weiter nach dem besseren Gleichgewicht zwischen Masse, Effizienz und Schutz – derzeit kippt die Waage allerdings eher in Richtung mehr Gewicht als weniger.

Allen Garwin

2025, Dez 17 17:39