Neuer Bentley Flying Spur Hybrid: schneller, effizienter, luxuriös

Bentley Flying Spur Hybrid: 680 PS, 47 Meilen elektrisch
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Der Bentley Flying Spur Hybrid verbindet Luxus und Technik: bis zu 782 PS, 47 Meilen elektrisch, 33 g/km CO2. Performance, Komfort und Effizienz im Check

Der neue Bentley Flying Spur als Hybrid markiert einen der größten Einschnitte in der Geschichte des Modells. Äußerlich bleibt er die klassische britische Luxuslimousine, doch hinter der vertrauten Eleganz steckt ein Auto, das schneller, moderner und spürbar vernünftiger ist als zuvor.

Die größte Veränderung findet unter dem Blech statt. Die bisherigen Motoren, inklusive des ikonischen W12, weichen komplett einem V8-Hybridsystem. Schon die Basisausführung liefert 680 PS und 930 Nm, die stärkeren Varianten kommen auf 782 PS und glatte 1.000 Nm. Damit ist es die kräftigste und schnellste Bentley-Limousine aller Zeiten.

Bentley Flying Spur
Bentley Flying Spur / bentleymedia.com

Die Fahrleistungswerte untermauern das. Der Flying Spur sprintet in rund 3,3 Sekunden auf 60 mph und absolviert die Viertelmeile in etwas über 11 Sekunden – knapp schneller als der frühere W12. Die Performance legt zu, gleichzeitig sinken die Emissionen dank Hybridtechnik drastisch.

Der CO₂-Ausstoß liegt bei nur 33 g/km – mehr als zehnmal niedriger als beim auslaufenden W12. Für Dienstwagenfahrer verschiebt das die Rechnung spürbar: Der Flying Spur wird steuerlich deutlich attraktiver, ohne an Luxus einzubüßen.

Der Elektroanteil ist keineswegs nur Symbolik. Eine 22‑kWh‑Batterie ermöglicht bis zu 47 Meilen rein elektrisches Fahren. In diesem Modus sind bis zu 86 mph möglich, der Sprint von 0–60 mph dauert 13,8 Sekunden – beachtlich für eine Luxuslimousine mit knapp 2,6 Tonnen.

Bentley Flying Spur
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Die Designänderungen sind dezent, aber gezielt. Die Speed-Version bringt matte graue Akzente außen, größere 22‑Zoll‑Räder und eine sportlichere untere Schürze. Matrix-LED-Scheinwerfer und Akustikverglasung sind serienmäßig und dämpfen Außengeräusche spürbar. Manche Details – etwa der Kunststoffgrill – wirken weniger edel als erwartet, insgesamt bleibt der Auftritt jedoch standesgemäß teuer.

Im Innenraum bleibt Bentley der bewährten Rezeptur treu. Alcantara-Himmel, Schaltwippen aus Metall, dreidimensionale Zierleisten und fein gedämpfte Bedienelemente erzeugen eine Atmosphäre zurückhaltender Opulenz. Einige kleine Passungenauigkeiten und vereinzelte Plastikpartien mindern den Eindruck leicht, lassen sich aber gut ignorieren.

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Das Infotainment reagiert schnell und wirkt gestochen scharf; Apple CarPlay und Android Auto funktionieren kabellos. Wichtig: Klima- und Sitzfunktionen bleiben über echte Tasten bedienbar – das erspart unnötiges Menütauchen. Zur Wahl stehen mehrere hochwertige Audiosysteme, darunter ein Premium-Setup mit vibrierenden Basslautsprechern in den Sitzen.

Trotz seiner Größe lässt sich der Flying Spur im Stadtverkehr erstaunlich leicht handhaben. Im E‑Modus bleibt er bei niedrigen Geschwindigkeiten flüsterleise, die Hinterachslenkung reduziert den Wendekreis auf 12,4 Meter, und die Bremsen arbeiten für ein Hybridsystem außergewöhnlich geschmeidig.

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Ganz ohne Kompromisse geht es nicht. Durch die Batterie schrumpft das Kofferraumvolumen auf 346 Liter – deutlich weniger als beim alten W12. Manches Detail im Innenraum verlangt Eingewöhnung, und die Masse bleibt stets spürbar, selbst wenn sie gut kaschiert wird.

Auf freier Strecke zeigt der Flying Spur dann seine ganze Bandbreite. Er gleitet beinahe lautlos dahin oder verwandelt sich in den sportlichen Fahrerliebling, sobald die dynamischeren Modi aktiviert sind. Das Hybridsystem reagiert unmittelbar, das Fahrwerk bleibt souverän und vermittelt viel Vertrauen.

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Unterm Strich steht der Bentley Flying Spur Hybrid für eine wohldosierte Weiterentwicklung. Er verknüpft klassischen Luxus mit moderner Technik und alltagstauglicher Effizienz – eine Limousine, die zugleich verwöhnt und überraschend vernünftig wirkt. Teuer und komplex, ja – aber bemerkenswert komplett.

Ethan Rowden

2025, Dez 19 03:43