Porsche 911 S/T: Wie die doppelte Nummer 1724 Geschichte schrieb
Beim Porsche 911 S/T wurde die Editionsnummer 1724 doppelt vergeben – und offen korrigiert. Einblick in Sonderwunsch und die limitierte Serie mit 1.963 Stück.
Manchmal sind es nicht große Premieren, sondern kleine menschliche Patzer, die das meiste über eine Marke verraten. Beim Porsche 911 S/T wurde ein Lapsus im Individualisierungsprozess zu einem Moment, der nun offiziell Teil der Firmenchronik ist.
Der Jubiläums-911 S/T entstand zum 60. Geburtstag des 911 und ist auf 1.963 Exemplare limitiert. Jede Nummer ist als persönliche Editionsplakette auf der Beifahrerseite des Armaturenbretts angebracht. Bei der manuellen Bestellung dieses maßgeschneiderten Details wurde die Nummer 1724 versehentlich doppelt vergeben.
Einer der Wagen ging an Pedro Solís Klussmann in Guatemala, für den die Ziffernfolge hohe persönliche Bedeutung hat und mehrere Geburtstage in der Familie aufgreift. Der andere wurde an Suzan Taher ausgeliefert; ursprünglich war für ihr Auto eine andere Nummer vorgesehen. Als Porsche die Doppelvergabe bemerkte, reagierte das Unternehmen ungewohnt transparent – eine Offenheit, die Vertrauen schafft.

Beide Besitzer wurden zu einem besonderen Termin nach Zuffenhausen eingeladen. Porsche entschuldigte sich offiziell, korrigierte den Fehler und bewahrte die falsch montierte Plakette im Firmenarchiv auf – dort ist sie nun als Teil der Unternehmensgeschichte katalogisiert. Das passt zur Philosophie von Sonderwunsch, dem Programm für besondere Kundenwünsche, das auf Handwerk und viel Manufakturarbeit setzt.
Abseits der kurzzeitig geteilten Nummer stehen die beiden Autos für völlig unterschiedliche Ausdrucksformen der Individualisierung. Klussmanns 911 S/T trägt das Heritage Design-Paket in Shore Blue Metallic mit historisch inspirierten Interieur-Materialien. Tahers Wagen fällt im Farbton Paint to Sample Plus Rose Red auf – eine Nuance, die in den 1970er-Jahren als „Fraise“ bekannt war und mit ikonischen Porsche aus der Rennära verbunden wird. Nach diesem Auftrag wurde der Ton für die Aufnahme in das reguläre Paint to Sample-Programm ab dem Modelljahr 2026 freigegeben – eine Entscheidung, die Liebhabern charakterstarker Farbcodes entgegenkommt.
Im Kern bleibt der 911 S/T ein puristisches Fahrerauto: ein frei saugender 4,0-Liter-Boxer mit 525 PS, Handschaltung und konsequent leichtbauorientierter Auslegung. Der Name knüpft an die 911 ST-Wettbewerbsfahrzeuge der späten 1960er an – und die unerwartete Nummernepisode fügt dieser Tradition ein greifbar menschliches Kapitel hinzu. Solche Randnotizen machen Ikonen nahbarer.
Mark Havelin
2025, Dez 22 12:06