Europas Automarkt 2025: Elektroautos und Hybride treiben die Nachfrage, Verbrenner verlieren

EU-Automarkt 2025: Elektroautos boomen, Verbrenner fallen
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Jan–Nov 2025: EU-Automarkt wächst leicht. Elektroautos +44% im November, Hybride 34,6% Anteil. Verbrenner verlieren, große Märkte treiben die Nachfrage.

Der europäische Automarkt tastet sich an eine vorsichtige Erholung heran, doch die eigentliche Dynamik zeigt sich weniger in den Stückzahlen als in der veränderten Nachfrage. Von Januar bis November 2025 stiegen die Neuzulassungen in der EU gegenüber dem Vorjahr um nur 1,4 Prozent und liegen weiterhin klar unter dem vorpandemischen Niveau. Gleichzeitig formen elektrifizierte Fahrzeuge den Markt zunehmend um.

Der November markierte einen Wendepunkt: Die Zulassungen batterieelektrischer Autos sprangen im Jahresvergleich um mehr als 44 Prozent nach oben und sorgten für einen Monatsanteil batterieelektrischer Modelle von 21,3 Prozent. In den ersten elf Monaten des Jahres wurden EU-weit rund 1,66 Millionen Elektroautos zugelassen, was einem Marktanteil von 16,9 Prozent entspricht. E-Autos sind damit kein Nischensegment mehr, auch wenn für die langfristige Umstellung weiterer Zuwachs nötig bleibt.

Getrieben wurde die Bewegung vor allem von den größten Märkten der Union. Deutschland verzeichnete den stärksten Anstieg; Belgien, die Niederlande und Frankreich legten ebenfalls spürbar zu. Zusammengenommen entfielen auf diese vier Länder fast zwei Drittel aller batterieelektrischen Zulassungen in der EU – ein deutliches Signal für die Konzentration der Nachfrage in den großen Volkswirtschaften.

Hybride bleiben ein tragender Pfeiler. Im selben Zeitraum wurden mehr als 3,4 Millionen Hybridfahrzeuge zugelassen, ihr Marktanteil stieg auf 34,6 Prozent. Spanien und Frankreich stachen mit besonders kräftigem Wachstum hervor und unterstrichen die Attraktivität von Übergangsantrieben. Plug-in-Hybride gewannen ebenfalls an Schwung und steigerten ihren Anteil auf 9,3 Prozent, nachdem mehrere große Märkte deutliche Zuwächse meldeten. Für viele Käufer wirkt dieser Mittelweg weiterhin schlüssig.

Im Gegenzug verlieren Verbrenner zunehmend an Boden. Benziner-Zulassungen gingen seit Jahresbeginn um fast 19 Prozent zurück, Dieselverkäufe sogar um mehr als 24 Prozent. Der Benzinanteil sank auf 27 Prozent, der Dieselanteil auf nur 9 Prozent – die stärksten Rückgänge wurden in den größten EU-Märkten registriert.

Unterm Strich deuten die Zahlen auf einen strukturellen Umbruch in Europas Autolandschaft. Zwar bleiben die Gesamtvolumina verhalten, doch die starke November-Performance von Elektro- und Hybridfahrzeugen legt nahe, dass die Elektrifizierung sich vom behutsamen Einstieg zur bestimmenden Kraft der Marktentwicklung wandelt.

Allen Garwin

2025, Dez 24 15:23