Recycelter Gummi in Serie: Toyoda Gosei liefert Dichtprofile mit 20% Anteil für den Toyota RAV4
Toyoda Gosei bringt Dichtprofile mit 20% recyceltem Gummi in Serie: Premiere im Toyota RAV4, neue Entvulkanisierung und Pläne für einen Gummi-Kreislauf.
Toyoda Gosei, ein Zulieferer der Toyota-Gruppe mit Spezialisierung auf Gummi- und Kunststoffkomponenten, bringt Serien-Dichtprofile mit höherem Anteil an recyceltem Gummi auf den Markt. Nach Angaben des Unternehmens enthalten die neuen Teile 20 Prozent Rezyklat – ein deutlicher Sprung gegenüber bislang weniger als fünf Prozent. Erstmals kommen die Komponenten im neuen Toyota RAV4 zum Einsatz.
Gummi zählt in der Autoindustrie seit Langem zu den kniffligsten Materialien für das Recycling. Anders als Metalle oder Kunststoffe braucht es dafür eine Entvulkanisierung, bei der die für die Elastizität verantwortlichen Schwefelbrücken aufgebrochen werden. Dabei können jedoch andere chemische Bindungen in Mitleidenschaft gezogen werden – mit der Folge geringerer Festigkeit und verbleibender Gerüche. Deshalb wurde Abfallgummi traditionell eher zur Energiegewinnung verbrannt, anstatt in neuen Produkten wiederverwendet.
Laut Toyoda Gosei haben kontinuierliche Verbesserungen an der eigenen Entvulkanisierungstechnologie die Qualität des regenerierten Gummis so weit erhöht, dass er sich für die Großserie eignet. Dadurch ließ sich der Rezyklatanteil in Dichtprofilen auf 20 Prozent steigern und im neuen RAV4 einführen. Für ein Serienteil ist das ein spürbarer Fortschritt.
Die Entwicklung wurde von Toyota Motor mit einem Project Award gewürdigt – ein Hinweis auf die Relevanz innerhalb der Lieferkette. Gefertigt wird im Werk Morimachi von Toyoda Gosei, das über eine ISCC PLUS-Zertifizierung verfügt und den Massenbilanzansatz anwendet, um den Einsatz von recycelten und nachhaltigen Materialien zu verifizieren.
Mit Blick nach vorn plant Toyoda Gosei, die Technologie auf weitere Synthesegummiprodukte wie Gummischläuche auszuweiten und schließlich auf Naturkautschuk, der im Automotive-Bereich in deutlich größeren Mengen genutzt wird. Zudem arbeitet das Unternehmen nach eigenen Angaben mit Automobilherstellern und Partnern daran, ein Kreislaufsystem für das Sammeln und Regenerieren von Gummi aus Altfahrzeugen aufzubauen.
Da der Druck auf die Branche wächst, Emissionen zu senken und Ressourcen effizienter zu nutzen, deutet diese Entwicklung darauf hin, dass recycelter Gummi sich von einer Randlösung zu einer breiter eingesetzten Option in Serienfahrzeugen entwickeln könnte. Das wirkt wie ein pragmatischer Weg, Ressourcenschonung und Produktionsrealität zusammenzubringen.
Allen Garwin
2025, Dez 26 23:40