Chinas Markt für Lithium-Ionen-Batterien: 2026 droht ein Dämpfer
China droht 2026 ein Einbruch der Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien: weniger Subventionen, Überkapazitäten und fallende Preise setzen Hersteller wie CATL unter Druck.
Chinas Markt für Lithium-Ionen-Batterien könnte bereits Anfang 2026 spürbar an Fahrt verlieren. Dahinter stehen branchenweite Warnungen: Die staatliche Unterstützung für Elektroautos lässt nach, zugleich trübt sich der Nachfrageausblick. Das wirkt weniger wie eine kurzfristige Delle und eher wie ein möglicher struktureller Umbruch – mit Konsequenzen bis zu den größten Anbietern.
Darauf weist Cui Dongshu hin, Generalsekretär des Branchenverbands CPCA. Er erwartet, dass die Batterienachfrage in den ersten Monaten 2026 deutlich nachgeben könnte, weil die Verkäufe von Elektroautos zurückgehen. Ein wesentlicher Faktor ist die Rücknahme von Steuererleichterungen und Subventionen, die Käufe von Privatkunden und Flotten bisher beschleunigt hatten.
In den Jahren 2024 und 2025 zeigte sich der Markt noch vergleichsweise robust. Pkw- und Nutzfahrzeughersteller legten Batteriebestände an – in der Annahme, dass das Wachstum anhält. Branchenvertreter führen die Stärke allerdings auch auf Vorzieheffekte vor der Anpassung der Förderkulisse zurück. Entsprechend droht Anfang 2026 ein spürbarer Dämpfer, besonders im Segment der elektrischen Nutzfahrzeuge.
Auch der Export dürfte den Rückgang kaum ausgleichen. Ausfuhren chinesischer Batterien verlieren an Schwung, während Europa und die USA ihre Kapazitäten zügig ausbauen, um die Abhängigkeit von chinesischen Zulieferern zu verringern. Diese Verschiebung sortiert den Wettbewerb auf dem globalen Batteriemarkt bereits neu.
Zusätzlichen Druck erzeugt die schiere Dimension der installierten Kapazitäten. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur übersteigt die weltweite Produktionskapazität für Batteriezellen die aktuelle Nachfrage deutlich, wobei China den größten Anteil stellt. Vor diesem Hintergrund sind die Batteriepreise in China 2024 um nahezu 30 Prozent gefallen – deutlich stärker als in anderen Regionen.
Selbst der Branchenprimus CATL, der rund 38 Prozent des globalen Batteriemarkts für Elektrofahrzeuge hält, ist den Folgen eines Überangebots ausgesetzt. Verschärfter Preiswettbewerb, sinkende Margen und die Notwendigkeit, Produktionspläne neu zu justieren, könnten kaum zu umgehen sein, falls der erwartete Nachfragerückgang eintritt.
Analysten sehen die kommenden Quartale als entscheidende Bewährungsprobe für Chinas Batterieseektor. Ob der Kurs von aggressiver Expansion hin zu vorsichtigeren Stückzahl- und Preisstrategien wechselt, dürfte bestimmen, wie hart ein möglicher Dämpfer Anfang 2026 am Ende durchschlägt.
Allen Garwin
2026, Jan 01 20:35