Chinas Autobauer überholen 2025 Japan: E-Autos treiben den globalen Absatz

Chinas Autoindustrie 2025: Verkäufe überholen Japan
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Chinas Autoindustrie steht vor dem Sprung an die Spitze: 2025 dürften chinesische Hersteller Japan überholen. E-Autos, Kostenvorteile und Exporte nach Europa.

Chinas Autoindustrie steuert auf einen historischen Meilenstein zu. Nach Branchenprognosen und bis Ende 2025 zusammengetragenen Daten dürften die Hersteller aus China das Jahr als weltweit größte Autoverkäufer abschließen und Japan bei den globalen Stückzahlen erstmals überholen. Dass sich dieser Moment abzeichnet, ist seit Längerem spürbar.

Das ist kein Randphänomen, sondern eine Verschiebung mit globaler Tragweite. Schätzungen zufolge könnten chinesische Hersteller 2025 rund 27 Millionen Fahrzeuge weltweit verkaufen, gegenüber knapp unter 25 Millionen bei japanischen Marken. Die endgültigen Zahlen stehen noch aus, doch die bis einschließlich November verfügbaren Verkaufsdaten deuten darauf, dass sich die Lücke eher vergrößert als schließt. Ein kurzfristiger Effekt wirkt das nicht.

Das Fundament dieses Wachstums bleibt der Heimatmarkt. Rund 70 Prozent der Verkäufe chinesischer Autobauer finden im Inland statt, wo die Nachfrage anders zusammengesetzt ist als in den meisten Regionen. Nahezu 60 Prozent der Pkw-Nachfrage entfallen auf batterieelektrische Modelle und Plug-in-Hybride – ein deutliches Zeichen, wie tief die Elektrifizierung im Land verankert ist. Das verändert die Spielregeln.

E-Autos stehen im Zentrum dieses Aufstiegs. Weil sie die Produktion früher und schneller skalierten als viele Rivalen, profitierten die Hersteller in China von niedrigeren Kosten und einer stark integrierten Lieferkette. So können sie gut ausgestattete Fahrzeuge zu Preisen anbieten, mit denen internationale Wettbewerber oft schwer mithalten. Dieser Kostenvorsprung ist im Marktalltag spürbar.

Gleichzeitig sind chinesische Marken längst nicht mehr auf die Einstiegsklasse beschränkt. Ihre Portfolios reichen von einfachen Stadtfahrern und Familien-SUVs bis zu Performance-Modellen und Elektroautos mit extrem hoher Leistung. Diese Breite hat Unternehmen wie BYD und Geely in die weltweiten Top Ten nach Absatzvolumen geführt und zeigt, wie schnell sich die Marken entwickelt haben. Die Lernkurve ist bemerkenswert.

Das Momentum aus China zeigt sich zunehmend jenseits der Landesgrenzen. Die Exporte legen in den meisten großen Regionen zu. Südostasien, lange als Hochburg japanischer Hersteller gesehen, dürfte 2025 rund 500.000 Fahrzeuge aus China aufnehmen. In Europa werden trotz eingeführter Zölle knapp 2,3 Millionen Einheiten erwartet, während Afrika und Lateinamerika jährliche Zuwachsraten von deutlich über 30 Prozent verzeichnen. Die Landkarte des Autoabsatzes wird neu gezeichnet.

Vor diesem Hintergrund wirkt die Position der langjährigen Branchenführer fragiler. Japanische Hersteller erreichten ihren globalen Absatzhöhepunkt um 2018, danach stagnierte das Wachstum. Deutschland und die USA bleiben Automächte, doch ihre Kurven verlaufen deutlich flacher als Chinas jüngste Expansion. Der Takt wird inzwischen woanders vorgegeben.

Allen Garwin

2026, Jan 02 22:06