Ford-Patent: Head-up-Display wandert in die Sonnenblende
Ford patentiert ein Head-up-Display in der Sonnenblende: per Clip tragbar, fahrzeugübergreifend nutzbar und mit Sensoren wie Kamera, Bluetooth und UV-Automatik.
Ford hat einen unkonventionellen Ansatz für Head-up-Displays vorgestellt und ein System patentieren lassen, das das HUD von der Windschutzscheibe in die Sonnenblende verlegt. Statt Informationen auf das Glas zu projizieren, setzt das Konzept auf ein eigenes Display, das direkt im Sichtfeld der Fahrerin oder des Fahrers sitzt.
Laut der Anfang Januar 2026 beim United States Patent and Trademark Office eingereichten Anmeldung handelt es sich um ein tragbares Gerät, das per Clip an eine herkömmliche Sonnenblende befestigt wird. So kann das Display zwischen verschiedenen Fahrzeugen wechseln – eine Seltenheit bei heutigen Head-up-Display-Lösungen.
In den Unterlagen führt Ford mehrere Schwächen gängiger HUDs an: Projektionen auf die Frontscheibe lassen sich bei verschmutztem Glas oder starker Blendung schwer ablesen, und die Systeme sind meist komplex, fest installiert und an ein einzelnes Auto gebunden. Mit der Verlagerung in die Blende will Ford diese Punkte umgehen und die Konstruktion insgesamt vereinfachen. Der Ansatz wirkt pragmatisch, weil er bekannte Stolpersteine direkt adressiert.
Die Anmeldung umreißt zudem ein breites Funktionsspektrum. Über die reine Anzeige hinaus könnte das Blenden-HUD einen Bewegungssensor, Bluetooth, ein Mikrofon, eine Digitalkamera sowie einen UV-Sensor integrieren, der die Blende bei steigender UV-Strahlung automatisch abdunkelt. Damit würde die Sonnenblende zur multifunktionalen Schnittstelle für den Fahrbetrieb.
Zugleich wird betont, dass das Patent vor allem dem Schutz geistigen Eigentums dient. Eine Serienumsetzung ist nicht garantiert; viele Ideen bleiben im Konzeptstadium oder erscheinen später in veränderter Form. Das dämpft Erwartungen, passt aber zum Charakter einer frühen Patentmeldung.
Trotzdem zeigt die Anmeldung, wie aktiv die Branche nach Alternativen zu klassischen Head-up-Displays sucht. Sollte ein in die Sonnenblende integriertes HUD Realität werden, könnte es lang etablierte Annahmen darüber infrage stellen, wo zentrale Fahrinformationen im Innenraum ihren Platz haben.
Allen Garwin
2026, Jan 04 16:04