Tesla Diner in Los Angeles: vom Hype zur Ernüchterung
Das Tesla Diner in Los Angeles verliert 2026 an Zugkraft: leere Tische, langsamer Service, hohe Preise. BYD überholt, Teslas US-Verkäufe sinken. Trendwende?
Im Sommer 2025 wirkte das Tesla Diner in Los Angeles wie die eingelöste Vision von Elon Musk: ein Ort, an dem das Laden eines Elektroautos nicht Pflicht, sondern Erlebnis sein sollte. Die Schlangen reichten den Block hinunter, die sozialen Netzwerke füllten sich mit Bildern des retrofuturistischen Designs, und das Vorhaben galt als weit mehr als nur ein Restaurant neben einer Supercharger-Station. Nur ein halbes Jahr später hat sich dieses Bild deutlich verschoben.
Anfang 2026 beschreiben Besucher das Tesla Diner zunehmend als weitgehend leeren Ort. Parkplätze sind leicht zu finden, das Personal übertrifft häufig die Zahl der Gäste, und nach der ersten Startphase verschwanden stillschweigend mehrere Gerichte von der Karte. Zwar hält das Diner im Schnitt noch eine solide Bewertung, doch vieles davon speist sich aus frühen Rezensionen, getragen vom Neuheitsfaktor. Aktuellere Rückmeldungen zeichnen ein anderes Bild: wiederkehrende Klagen über langsamen Service, hohe Preise und das Gefühl, dass wenig wirklich futuristisch wirkt. Der anfängliche Wow-Effekt verfliegt eben schnell, wenn der Alltag einkehrt.
Schwung verlor das Projekt auch, als Küchenchef Eric Greenspan Ende November 2025 ausstieg. Seine Beteiligung verlieh dem Diner kulinarische Glaubwürdigkeit und signalisierte, dass Tesla den Blick über das Auto hinaus richtete. Ohne diese Leuchtturmfigur fehlte dem Projekt spürbar die Klammer. Nach seinem Weggang gab es keine öffentlichen Ankündigungen zu einem Neustart oder größeren Konzeptänderungen, und das Diner verschwand nach und nach aus der öffentlichen Erzählung des Unternehmens.
Der Niedergang des Diners spiegelt eine größere Zäsur für die Marke wider. Im selben Zeitraum verzeichnete Tesla rückläufige US-Verkäufe und verlor seinen Status als weltweit führender E‑Auto-Anbieter – überholt von BYD. Vor diesem Hintergrund wirken die Probleme des Standorts in Los Angeles weniger wie ein isolierter Ausrutscher und mehr wie ein Symptom einer wachsenden Müdigkeit gegenüber Teslas Vertrauen auf Spektakel und Hype.
Elon Musk hatte einst angedeutet, erfolgreiche Tesla Diners könnten in weitere Städte expandieren. Anfang 2026 gibt es dafür keine angekündigten Pläne. Der Standort in Los Angeles bleibt zwar geöffnet, hat aber seine Rolle verändert. Was einst die Zukunft der E‑Mobilitätskultur verkörpern sollte, erinnert nun daran, dass selbst starke Technologiemarken nicht allein vom Schwung leben können. Ob Tesla das Diner noch zu einem tragfähigen Konzept macht, bleibt offen.
Allen Garwin
2026, Jan 05 02:31