NHTSA-Rückrufe 2025: Welche Hersteller in den USA vorn liegen und warum
NHTSA-Daten 2025: Ford führt US-Rückrufe, dahinter Toyota und Stellantis. Von OTA-Updates bis Batterieproblemen – was die Zahlen bedeuten – mit Kontext.
Daten der National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) für 2025 zeigen, welche Autohersteller in den USA die meisten Fahrzeuge zurückgerufen haben und wie weitreichend diese Maßnahmen waren. Ford führt die Liste mit großem Abstand an: 12.930.696 Fahrzeuge wurden zurückgerufen, zudem verzeichnete der Konzern eine unternehmensinterne Bestmarke bei der Zahl der Sicherheitsaktionen innerhalb eines Jahres. Die Dimension unterstreicht, wie entschlossen Ford vorgegangen ist.
Toyota liegt mit 3.223.256 betroffenen Fahrzeugen auf Rang zwei. Im Unterschied zu manchen Wettbewerbern starteten die Japaner vergleichsweise wenige Rückrufe, doch jede Aktion umfasste eine sehr große Fahrzeugbasis. Stellantis folgt mit 2.776.952 Rückrufen auf Platz drei, teilweise ausgelöst durch Probleme im Zusammenhang mit dem 4xe-Plug-in-Hybridsystem und wegen möglicher Brandrisiken bei Hochvoltbatterien.
Die weiteren Plätze in den Top Ten belegten Honda, Hyundai, General Motors, Kia, Nissan, Tesla und Volkswagen. Bei jedem dieser Hersteller stand mindestens eine größere Sicherheitsmaßnahme an – von Defekten an Rückfahrkameras und fehlerhaften Gurtkomponenten bis hin zu motorbezogenen Risiken und Brandgefahr. In mehreren Fällen führten die Spuren zu Bauteilen von Zulieferern, nicht zu modelltypischen Alleinstellungsproblemen.
Auch die Art der Rückrufe verändert sich. 2025 wurden einige Sicherheitsaktionen – besonders bei Herstellern von Elektroautos – per Over-the-Air-Softwareupdate erledigt, sodass Besitzerinnen und Besitzer nicht in die Werkstatt mussten. Trotz dieser Bequemlichkeit gelten solche Maßnahmen weiterhin als Rückrufe, weil sie sicherheitsrelevante Punkte betreffen. Das zeigt, wie sehr Software inzwischen Teil der Sicherheitsarbeit ist – praktisch, aber keineswegs weniger ernst.
Wichtig ist zudem: Eine hohe Rückrufzahl sagt nicht automatisch etwas über die Zuverlässigkeit eines Fahrzeugs aus. Die NHTSA-Daten bilden ab, wie Probleme entdeckt, gemeldet und behoben werden – nicht nur, wie oft sie auftreten. Hersteller mit großen Flotten und einer offensiven Qualitätsstrategie tauchen in der Statistik eher früher und breiter auf, weil sie schnell und umfangreich handeln.
Rückrufstatistiken taugen daher eher als Orientierung denn als endgültiges Urteil über die Langzeitqualität. Wer die Zuverlässigkeit eines Modells besser verstehen will, sollte die Rückrufdaten im Zusammenspiel mit Langzeitbetrachtungen aus dem Alltag und Analysen der realen Fahrzeugperformance betrachten.
Allen Garwin
2026, Jan 05 20:41