Lucid Gravity Robotaxi: Level-4-Autonomie für Uber, Tests in der Bay Area

Lucid, Nuro & Uber enthüllen Robotaxi auf der CES 2026
lucidmotors.com

Lucid, Nuro und Uber zeigen auf der CES 2026 ein seriennahes Robotaxi: Lucid Gravity mit Level-4-Autonomie, NVIDIA DRIVE Thor und Tests in der Bay Area.

Lucid, Nuro und Uber haben auf der CES 2026 ein seriennahes Robotaxi für den globalen Einsatz präsentiert und zugleich bestätigt, dass die autonomen Erprobungsfahrten auf öffentlichen Straßen bereits begonnen haben. Damit rückt das Vorhaben spürbar aus der Konzeptphase in die praktische Bewährung; der kommerzielle Start ist für später im Jahr 2026 anvisiert.

Im Zentrum steht der Lucid Gravity, der speziell für vollautonomen Betrieb angepasst wurde. Das Fahrzeug nutzt das Level-4-System von Nuro und ist ausschließlich für den Einsatz innerhalb der Uber-Plattform ausgelegt. Die Tests auf öffentlichen Straßen begannen im Dezember in der San-Francisco-Bay-Area unter Aufsicht von Sicherheitsfahrern – ein bewusst schrittweiser, kontrollierter Einstieg.

Das auf der Messe gezeigte Robotaxi skizziert, wie die Partner den fahrerlosen Personentransport denken. Eine Sensorik der nächsten Generation ermöglicht eine 360-Grad-Rundumsicht über Kameras, Radarsensoren und Solid-State-Lidar, integriert in die Karosserie und einen flachen, halo-förmigen Dachaufbau. Die Echtzeitverarbeitung und Systemintegration übernimmt NVIDIA DRIVE AGX Thor – das Rechenrückgrat, das fortgeschrittene Autonomie erst möglich macht. Die Integration wirkt dabei bemerkenswert aufgeräumt.

Die Fahrgastperspektive steht klar im Fokus. Uber hat den Innenraum auf Komfort und Transparenz ausgelegt: Interaktive Displays erlauben die Steuerung von Klima, Sitzheizung und Medien; zugleich visualisieren sie, was das Fahrzeug wahrnimmt und wie es seine Route plant. Mit bis zu sechs Sitzplätzen und großzügigem Gepäckraum zielt das Layout eher auf hochwertigen Gruppenverkehr als auf Einzelfahrten – ein Ansatz, der in urbanen Flottenbetrieb gut passt.

Strategisch erfüllt das Programm für alle Beteiligten unterschiedliche Zwecke. Für Uber ist es eine skalierbare autonome Mobilitätsoption im bestehenden Ökosystem. Nuro erhält einen Weg, seinen Autonomie-Stack im Personentransport einzusetzen. Bei Lucid erweitert das Projekt die Nutzung der eigenen Elektro-Architektur und stützt die Fertigungsaktivität im Werk in Arizona, wo die Produktion nach der finalen Validierung beginnen soll. Die Rollenverteilung wirkt komplementär.

Konkrete Zeitpläne und Stadt-für-Stadt-Pläne bleiben vorerst offen. Doch mit dem Start der Straßentests und einem seriennahen Fahrzeug ist das Vorhaben sichtbar über das Experimentierstadium hinaus. Die nächste Phase hängt von behördlichen Genehmigungen und weiterer Sicherheitsvalidierung ab – sie wird am Ende bestimmen, wie schnell Robotaxis fester Bestandteil des städtischen Verkehrs werden. Entscheidend wird sein, wie reibungslos diese Hürden genommen werden.

Mark Havelin

2026, Jan 06 14:16