MB.DRIVE ASSIST PRO von Mercedes‑Benz: kooperatives Level‑2‑Fahren im Stadtverkehr

Mercedes‑Benz MB.DRIVE ASSIST PRO: Level‑2 trifft Navigation
mercedes-benz.com

Mercedes-Benz zeigt MB.DRIVE ASSIST PRO: Level‑2‑Assistenz für den Stadtverkehr mit kooperativem Lenken und 30 Sensoren. Rollout: China 2025, USA 2026.

Mercedes-Benz hebt seine Assistenztechnik auf ein neues Niveau: MB.DRIVE ASSIST PRO verknüpft Fahrassistenz und Navigation zu einem stimmigen Gesamterlebnis. Im Fokus steht der urbane Raum: Das Fahrzeug kann eine Route vom Start bis zum Ziel folgen – stets unter der wachsamen Aufsicht der Fahrerin oder des Fahrers.

Kernmerkmal sind reale Stadtszenarien. Das System meistert Abbiegen, Spurwechsel, Ampeln und das Miteinander mit anderen Verkehrsteilnehmern – und bleibt klar innerhalb von SAE-Level 2. Heißt: Die Verantwortung liegt jederzeit beim Menschen, der bei Bedarf sofort eingreifen muss.

Besonders betont Mercedes-Benz das Konzept des kooperativen Lenkens. Korrekturen am Lenkrad sind möglich, ohne das System vollständig zu deaktivieren; nach kurzen manuellen Eingaben übernimmt MB.DRIVE ASSIST PRO nahtlos wieder. Dieser pragmatische Ansatz unterscheidet die Lösung von vielen gängigen Assistenzsystemen, die bei jeder Fahrerintervention erst einmal abschalten. In der Praxis wirkt das wohltuend: Eingriffe werden als Zusammenarbeit statt als Abbruch verstanden.

Technische Basis sind rund 30 Sensoren – Kameras, Radareinheiten und Ultraschallsensoren –, deren Daten auf einer Hochleistungsrechnerplattform zusammenlaufen. Sie schafft bis zu 508 Billionen Operationen pro Sekunde, interpretiert das Umfeld in Echtzeit und gleicht es mit detaillierten Kartendaten ab, um eine sichere Fahrlinie zu wählen.

MB.DRIVE ASSIST PRO ist seit Ende 2025 in China verfügbar; für die Vereinigten Staaten ist der Rollout 2026 vorgesehen. Dort soll das System im Abo angeboten werden, unter anderem als Drei-Jahres-Option für rund 3.950 US‑Dollar. Ein Europa-Start bleibt ungewiss – vor allem wegen regulatorischer Vorgaben, die fortschrittliche Assistenz im Stadtverkehr derzeit begrenzen.

Im Wettbewerb mit Systemen wie Teslas Full Self-Driving setzt Mercedes-Benz bewusst auf Vorsicht und Regelkonformität. MB.DRIVE ASSIST PRO wird nicht als autonomes Fahren vermarktet – eine nüchterne Positionierung, die am Ende breitere Akzeptanz und schnellere Anwendung im Alltag begünstigen könnte. So verstanden markiert das System einen wichtigen Schritt hin zu weiterentwickelter Automatisierung, ohne bestehende Rechtsrahmen oder Kundenerwartungen zu überdehnen. Gerade im dichten Stadtverkehr dürfte diese Balance den Unterschied machen.

Mark Havelin

2026, Jan 06 21:31