Hyundai Motor Group 2026: Kundenfokus, KI, SDV, Robotik und Wasserstoff

Hyundai Motor Group 2026: KI, SDV, Robotik, Wasserstoff
hyundainews.com

Die Hyundai Motor Group stellt ihre 2026-Strategie vor: Kundennähe, SDV, Physical AI, Robotik und eine breite Wasserstoff-Wertschöpfung sowie Lieferketten

Die Hyundai Motor Group geht mit einer klaren Botschaft in das Jahr 2026: Kleine Schritte reichen nicht mehr aus. Vorstandschef Euisun Chung skizzierte die strategische Leitlinie des Konzerns: Im Zentrum stehen Kundennähe, Künstliche Intelligenz und der Aufbau eines tragfähigen Ökosystems als Kern der langfristigen Transformation. Das wirkt wie eine deutliche Absage an ein Weiter-so.

Die Strategie fußt auf fünf Kernprioritäten, die von einer kundengetriebenen Weiterentwicklung bis zum Anspruch reichen, neue Branchenstandards zu prägen. Dahinter steht ein breiterer Wandel in der Autoindustrie: Wettbewerb entscheidet sich zunehmend nicht am einzelnen Produkt, sondern an integrierten technologischen und organisatorischen Fähigkeiten.

KI spielt darin eine Schlüsselrolle. Hyundai betrachtet sie nicht als Nebenfunktion, sondern als Fundament des künftigen Betriebsmodells. Mit dem Fokus auf Physical AI – Systeme, die direkt mit der physischen Welt interagieren – werden Daten aus Fahrzeugen, Robotern und Fertigungsprozessen zum zentralen Differenzierungsmerkmal. Gerade hier dürfte die Qualität der Daten den Ausschlag geben.

Eng verknüpft damit ist der Übergang zu Software-definierten Fahrzeugen (SDV). Hyundai Motor Group treibt ein Modell voran, in dem Software die Fahrzeugfunktionen bestimmt, während die Hardware als skalierbare Plattform dient. Das interne Projekt SDV Pace Car validiert die Architekturen, bevor sie in der nächsten Generation breiter eingesetzt werden – ein sinnvoller Realitätscheck, bevor die Fläche kommt.

Robotik bildet ein weiteres Standbein. In Zusammenarbeit mit Boston Dynamics weitet der Konzern den Einsatz von Spot, Stretch und dem humanoiden Atlas aus. Diese Technologien liefern bereits Betriebsdaten aus der Praxis und sind als Werkzeuge gedacht, um Sicherheit, Effizienz und Qualität in der Fertigung zu steigern. Das wirkt pragmatisch: erst messen, dann skalieren.

Neben digitalen und robotischen Technologien schärft Hyundai seine Wasserstoff-Strategie. Der Konzern entwickelt eine umfassende Wertschöpfungskette von der Erzeugung über Speicherung und Transport bis zur Anwendung – mit Wasserstoff als industrieller und energetischer Lösung, nicht nur als Kraftstoff für Mobilität. Die Breite des Ansatzes soll die Technologie aus der Nische holen.

In den strategischen Runden adressierten Führungskräfte von Hyundai, Kia und Hyundai Mobis zudem Wachstumspläne, die Lokalisierung der Produktion und eine Neuausrichtung der Lieferketten. Damit sollen Zoll- und geopolitische Risiken abgefedert werden, während zugleich die digitale und technologische Transformation des Konzerns vorankommt – eine Kombination aus Absicherung und Tempo.

Unterm Strich macht die Hyundai Motor Group klar: 2026 ist kein Ziel, sondern ein Etappenschritt. Der Weg führt zu einem Modell, in dem Technologie, Daten und vernetztes Ökosystem-Denken die künftigen Standards von Mobilität und Fertigung prägen. Entscheidend wird sein, ob die Umsetzung dem Anspruch gerecht wird.

Mark Havelin

2026, Jan 07 04:51