Peugeot 408 Facelift 2026: E-408, PHEV und digitale Updates
Peugeot 408 Facelift 2026: neue Lichtsignatur, Matrix-LED. E-408 mit bis zu 456 km WLTP, PHEV mit 240 PS, Mildhybrid 48V, V2L und Plug & Charge plus i-Cockpit
Peugeot hat den 408 aufgefrischt – zu einem Zeitpunkt, an dem das Modell seinen eigenen Platz bereits gefunden hat. Gut drei Jahre nach dem Marktstart erhält der Wagen das planmäßige Facelift und eine Reihe gezielter technischer Updates. Keine Neuerfindung, sondern eine behutsame Schärfung eines etablierten Konzepts – mit klarem Fokus auf Design, Elektrifizierung und zeitgemäße digitale Funktionen.
Der 408 lässt sich weiterhin schwer einer einzelnen Fahrzeugklasse zuordnen. Offiziell im C-Segment verortet, rückt er mit seinen 4,69 Metern Länge dicht an die Mittelklasse heran. Im Wesen liegt er zwischen Fastback und SUV und richtet sich an Fahrerinnen und Fahrer, die etwas abseits üblicher Familienautos oder klassischer Flottenwahl unterwegs sein wollen. Europaweit zeigt sich, dass diese Strategie trägt: Das Modell hält sich stabil in den Verkaufszahlen und positioniert sich nahe an den bekannten Namen der Klasse.
Die auffälligsten optischen Änderungen finden sich an der Front. Peugeot ersetzt die bislang länglichen, klauenförmigen Tagfahrlichter durch eine neue Lichtsignatur aus drei diagonalen LED-Elementen, die zugleich als Blinker dienen. Die Hauptscheinwerfer sitzen nun tiefer im Stoßfänger – das verleiht dem Auftritt mehr Schärfe und Selbstbewusstsein. LED-Scheinwerfer sind bei Allure und Allure Business Serie, die Ausstattungslinien GT und GT Exclusive setzen auf adaptive Matrix-LED-Technik. Der neu gezeichnete Stoßfänger und der Kühlergrill nutzen mehr schwarze Flächen, teils glänzend, teils matt; in den höheren Versionen kommt ein beleuchtetes Löwen-Emblem hinzu, hinter dem die Sensoren der Assistenzsysteme dezent verborgen sind.
Karosserieteile und Silhouette bleiben unverändert; der 408 nutzt weiterhin die EMP2-Plattform, die er sich mit dem Peugeot 308 teilt. Frische bringen Räder mit bis zu 20 Zoll Durchmesser und eine neue Außenfarbe namens Flare Green. Der helle Grünton verändert je nach Lichtsituation seine Wirkung, betont die modellierten Flächen und sorgt vor allem in direkter Sonne für einen markanten Auftritt.
Die Antriebsfamilie folgt einer vertrauten Struktur, setzt jedoch neue Akzente. Der Einstieg bleibt die Hybrid-Variante mit 48-Volt-Mildhybrid. Ein 1,2‑Liter-Dreizylinder-Benziner mit 136 PS arbeitet mit einem 21‑kW-Elektromotor zusammen, die Systemleistung liegt bei 145 PS. Das Paket zielt klar auf Privatkunden, die effizienter fahren möchten, ohne gleich vollständig elektrisch zu werden.
Die rein elektrische E-408 fährt mit einem 157‑kW (213 PS) starken E-Motor und einer Batterie mit 58,2 kWh nutzbarer Kapazität vor. Die angegebene WLTP-Reichweite reicht bis zu 456 Kilometer, Gleichstrom-Schnellladen ist mit bis zu 120 kW möglich. Die EMP2-Architektur setzt hier Grenzen; höhere Ladeleistungen modernerer Plattformen bleiben außen vor. Dennoch bringt die Elektrovariante wesentliche Neuerungen mit: Batterie-Vorkonditionierung, Plug & Charge sowie Vehicle-to-Load, womit sich externe Geräte direkt aus dem Auto mit Strom versorgen lassen.
Der Plug-in-Hybrid bleibt die goldene Mitte – und eine zentrale Option für Dienstwagennutzer. Er kombiniert einen 1,6‑Liter-Benziner mit 180 PS mit einem 92‑kW-Elektromotor. Dank überarbeiteter Software steigt die Systemleistung von 225 auf 240 PS; damit ist dies die stärkste Variante innerhalb der 408-Reihe. Die nutzbare Batteriekapazität von 14,2 kWh ermöglicht bis zu 85 Kilometer elektrisches Fahren, die Ladeleistung bleibt allerdings verhalten: serienmäßig etwa 3,6 kW, optional einphasig 7,4 kW.
Am Heck sind die Änderungen ebenso symbolisch. Die flach abfallende Klappe und die markante Abrisskante unter der Scheibe bleiben erhalten – aerodynamisch genügt das, um auf einen Heckwischer zu verzichten. Blickfang ist der beleuchtete Peugeot-Schriftzug, integriert in eine glänzend schwarze Blende zwischen den Rückleuchten. Diagonale, klauenförmige Leuchtelemente sind jetzt in allen Ausstattungen Serie, nicht mehr nur den GT-Versionen vorbehalten.
An der Alltagstauglichkeit ändert sich nichts. Der Kofferraum fasst 536 Liter; nur bei Modellen mit optionalem Focal-Soundsystem nimmt ein Subwoofer etwas Raum ein. Der Laderaum ist sauber ausgekleidet und praxisnah gestaltet – mit Verzurrösen, Netzen und Haken. Innen bleibt das bekannte Peugeot i-Cockpit mit kompaktem Lenkrad, einem 10‑Zoll‑Instrumentendisplay mit aktualisierten Grafiken und passendem Zentral-Touchscreen. Die konfigurierbaren i‑Toggles geben schnellen Zugriff auf wichtige Funktionen; in den Versionen GT und GT Exclusive kommt ein dreidimensionaler Anzeigeeffekt hinzu. AGR-zertifizierte Vordersitze mit großem Verstellbereich unterstreichen den ergonomischen Anspruch.
Gefertigt wird der überarbeitete Peugeot 408 im französischen Werk Mulhouse – ein Hinweis auf den Fokus der Marke auf lokale Produktion. Das Facelift verändert die Grundidee nicht, es schärft sie. In einem zunehmend umkämpften Umfeld wirkt der maßvolle Ansatz bewusst gewählt: Der 408 bedient weiterhin Käufer, die eigenständiges Design, elektrifizierte Antriebe und einen klar definierten Charakter suchen, ohne nach Radikalität zu verlangen.
Mark Havelin
2026, Jan 10 10:30