BMW gewinnt JEC Composites Innovation Award für nachhaltige Flachsfaser-Technologie

BMW erhält JEC Composites Award für Flachsfaser-Bauteile in Serienfahrzeugen
bmwgroup.com

Die BMW Group hat den JEC Composites Innovation Award für die Einführung von Bauteilen aus Flachsfasern in Serienfahrzeugen erhalten. Die Technologie reduziert CO₂-Emissionen um 40% und ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie.

Die BMW Group hat einen der angesehensten internationalen Preise der Composites-Branche erhalten, den JEC Composites Innovation Award. Ausgezeichnet wurde das Unternehmen für die Einführung von Bauteilen aus Flachsfasern in Serienfahrzeugen. Die Ehrung erfolgte auf der JEC World in Paris und würdigt den Beitrag des Konzerns zu nachhaltigen Materialien und zur Verringerung des CO₂-Fußabdrucks der Automobilindustrie.

Der Preis bezieht sich nicht auf Konzeptfahrzeuge oder Versuchsstudien, sondern auf Komponenten, die in Serienfahrzeugen zum Einsatz kommen – einschließlich sichtbarer Außenbauteile. Die BMW Group hatte die Nutzung von Naturfaser-Verbundwerkstoffen auf Flachsbasis erstmals Mitte 2025 angekündigt. Nun hat das Projekt auch auf Branchenebene formale Anerkennung gefunden. Laut Unternehmensangaben handelt es sich um die bisher umfangreichste Anwendung von Naturfaser-Verbundstoffen in Serienfahrzeugen.

Die Entwicklung ist das Ergebnis mehrjähriger Forschung und enger Zusammenarbeit mit den Partnern Bcomp Ltd., Cobra Advanced Composites und PPG Wörwag Coatings. Eine zentrale Herausforderung bestand darin, die Naturfaser-Verbundstoffe an die strengen Anforderungen der Serienproduktion anzupassen. Hier muss strukturelle Leistungsfähigkeit mit konstant hoher Oberflächenqualität verbunden werden. Besonders anspruchsvoll war dies bei großen Außenbauteilen wie dem Fahrzeugdach.

Die Umweltauswirkungen der Materialwahl schlagen sich in messbaren Ergebnissen nieder. Die BMW Group verweist auf das Beispiel, bei dem eine Dachkomponente aus Kohlenstofffaser durch eine Alternative aus Flachsfaser-Verbundstoff ersetzt wird. Dadurch können die CO₂e-Emissionen in der Produktion um rund 40 % gesenkt werden, wobei auch Aspekte der Nachnutzung am Lebensende berücksichtigt werden. Gleichzeitig trägt das Material zum Leichtbau bei und eignet sich sowohl für Außen- als auch für Innenanwendungen.

Innerhalb der BMW Group wird das Projekt als mehr angesehen denn als ein einzelner technologischer Meilenstein. Der Einsatz von Naturfaser-Verbundstoffen ist Teil einer umfassenderen Strategie, die Emissionen über den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs zu reduzieren. Der JEC-Award bestätigt diesen Weg und unterstreicht die Rolle interdisziplinärer Zusammenarbeit bei der Weiterentwicklung nachhaltiger Materialien für künftige Serienfahrzeuge.

Mark Havelin

2026, Feb 14 10:46