Ford UEV-Programm: Effizienz und niedrige Preise für Elektroautos
Ford stellt sein UEV-Programm vor, um erschwingliche Elektroautos durch effiziente Fertigung und neue Plattformen zu ermöglichen. Erfahren Sie mehr über die Strategie.
Ford bereitet die nächste Phase seines Universal Electric Vehicle (UEV)-Programms vor, das der Konzern als eines der ambitioniertesten Projekte seiner Geschichte bezeichnet. Am Dienstag lädt Ford zu einem Livestream mit dem Titel „Ford Bounty Hunters: The Pursuit of Efficiency“ ein. Dabei will das Unternehmen detailliert zeigen, wie seine Ingenieurteams eine der größten Herausforderungen im heutigen E-Auto-Markt angehen: die Frage, warum Elektrofahrzeuge für viele Durchschnittskäufer immer noch zu teuer sind.
Laut Ford geht es dabei nicht nur um eine neue Plattform, sondern um ein grundlegendes Umdenken beim Bau von E-Autos. Die Kombination aus der UEV-Plattform und dem bereits vorgestellten Universal EV Production System soll die Basis für Kostensenkungen durch technische und fertigungstechnische Veränderungen sein – nicht durch Marketingversprechen oder größere Kompromisse.
Ein zentrales Beispiel ist ein geplanter elektrischer Mittelklasse-Pickup, der 2027 auf den Markt kommen soll. Branchenberichten zufolge peilt Ford einen Startpreis von etwa 30.000 US-Dollar an. Damit würde der Hersteller versuchen, elektrische Pickups aus der Premium-Nische zurück in den Massenmarkt zu führen. Der Pickup soll als Viertürer mit klassischer Ladefläche und zusätzlichem Stauraum vorne – inklusive einer Frunk – ausgestattet sein.
Im Mittelpunkt der Strategie steht die Fertigungseffizienz. Dem UEV-Ansatz zufolge soll die Anzahl der Bauteile und Verbindungselemente reduziert, die Produktionsstationen verringert und der Zusammenbau beschleunigt werden. In der Branche kursieren Schätzungen von rund 20 % weniger Teilen, etwa 25 % weniger Befestigungselementen, ungefähr 40 % weniger Arbeitsstationen und einer bis zu 15 % schnelleren Montage. Diese Zahlen passen zu Fords Botschaft von der „Verfolgung der Effizienz“ und der „Jagd nach der Physik“, um die Kostenstruktur von E-Autos neu zu gestalten.
Auch die Batteriestrategie spielt eine entscheidende Rolle für die Kosten. Ford verbindet die künftige UEV-Baureihe mit LFP-Batteriechemie und der geplanten Batterieproduktion im BlueOval Battery Park Michigan. Das Werk soll 2026 die Produktion aufnehmen und eine Kapazität von etwa 20 GWh pro Jahr erreichen.
Insgesamt wirkt das UEV-Programm wie Fords Versuch, eine neue Grundlage für erschwinglichere Elektrofahrzeuge zu schaffen. Der Wettbewerbsvorteil soll dabei nicht aus spektakulären Reichweitenangaben oder Spitzenleistungen kommen, sondern aus einer tiefergehenden Neuausrichtung von Plattformtechnik und Fertigungsmethoden. Falls die Ziele des Unternehmens erreicht werden, könnte UEV für Ford mehr sein als nur eine weitere E-Auto-Architektur – nämlich ein entscheidender Neustart, während der globale Wettbewerb zunimmt und Käufer zunehmend Preis und Praktikabilität in den Vordergrund stellen.
Mark Havelin
2026, Feb 14 15:52