Volkswagen Group kehrt zu kompakten Elektroautos zurück: Strategie und Produktion

Volkswagen Group plant kompakte Elektroautos: Neustart für kleine E-Fahrzeuge
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Die Volkswagen Group bewertet Projekte für kompakte Elektroautos wie Audi A1 e-tron und Škoda Fabia EV, angetrieben durch EU-Regulierung und Investitionen auf der Iberischen Halbinsel. Erfahren Sie mehr über die Pläne.

Die Volkswagen Group kehrt zum Thema kompakter Elektroautos zurück – angetrieben auch durch neue regulatorische Signale aus Brüssel. Nachdem die Europäische Union die Initiative für eine M1E-Klasse für kleine Elektrofahrzeuge gestartet hat, bewertet der Konzern zuvor auf Eis gelegte Projekte neu und prüft eine Ausweitung der Produktion in Spanien und Portugal. Im Mittelpunkt stehen potenzielle Modelle der Marken Audi und Škoda sowie eine breitere Stärkung des sogenannten iberischen Produktionsclusters.

Die vorgeschlagene M1E-Klasse ist als Unterkategorie von M1 für vollelektrische Fahrzeuge mit einer Länge von bis zu 4,2 Metern konzipiert. Hersteller könnten von einem „Super-Credits“-Mechanismus profitieren, bei dem jedes qualifizierende Fahrzeug bei der Berechnung der CO₂-Ziele des Unternehmens als 1,3 Einheiten zählt. Wichtig ist, dass diese Fahrzeuge innerhalb der bestehenden M1-Sicherheitsstandards bleiben – ein Punkt, der in der Branche für Diskussionen sorgt. Insgesamt wird die Initiative weithin als Versuch gesehen, die Produktion erschwinglicher kleiner Elektroautos in Europa anzukurbeln.

Vor diesem Hintergrund entwickelt sich die Iberische Halbinsel zunehmend zu einem strategischen Zentrum für die elektrische Stadtwagen-Familie der Volkswagen Group. In Martorell laufen die Vorbereitungen für die Serienproduktion des Cupra Raval und der Serienversion des Volkswagen ID.2, deren Fertigung 2026 starten soll. Der Standort wurde mit einer neuen Batteriemontageanlage ausgestattet, die rund 64.000 Quadratmeter umfasst und für eine Kapazität von bis zu 300.000 Batteriesystemen pro Jahr ausgelegt ist. Diese Systeme werden direkt über automatisierte Logistik, einschließlich einer 600 Meter langen Brücke zwischen den Produktionsgebäuden, an die Montagelinien geliefert.

Unterdessen produziert Volkswagen Navarra in Pamplona weiterhin die Modelle T-Cross und Taigo, wobei die Gesamtproduktion 2025 bei 225.225 Fahrzeugen lag. Dies unterstreicht das derzeitige industrielle Gewicht der Region, die zunehmend in die umfassendere Elektrifizierungsstrategie des Konzerns integriert wird.

Technisch basieren die kleinen Elektroauto-Projekte auf der aktualisierten MEB+-Architektur, die das Unified-Cell-Konzept und ein Cell-to-Pack-Batterielayout umfasst – mit Flexibilität für verschiedene Chemien einschließlich LFP. Weiter in der Zukunft liegt der nächste große Schritt mit der Scalable Systems Platform (SSP), deren Debüt um 2028 erwartet wird. Wichtige architektonische Parameter wurden Berichten zufolge 2025 festgelegt, was SSP als vereinheitlichte Elektroplattform der nächsten Generation für mehrere Marken innerhalb des Konzerns positioniert.

Was den potenziellen Audi A1 e-tron und den Škoda Fabia EV betrifft, gibt es noch keine offizielle Bestätigung für eine Serienproduktion. Allerdings hat Škoda öffentlich über Pläne für ein elektrisches Einstiegsmodell gesprochen, während Audis früheres A1-e-tron-Projekt ein kompaktes elektrisches Schrägheckkonzept demonstrierte. Angesichts regulatorischer Anreize und laufender Investitionen auf der Iberischen Halbinsel ist die Aussicht auf kleine Elektroautos unter verschiedenen Volkswagen-Group-Marken wieder auf die strategische Agenda zurückgekehrt.

Endgültige Entscheidungen werden im Rahmen der Produktstrategie 2027/2028 erwartet. Schon jetzt ist klar: Kompakte Elektroautos gewinnen für die Volkswagen Group wieder an strategischer Bedeutung, und die Iberische Halbinsel festigt ihre Position als Eckpfeiler dieses Übergangs.

Mark Havelin

2026, Feb 19 21:24