Land Rover patentiert System für Sprünge und Landungen

Land Rover patentiert Sprung-Erkennung für Geländewagen
Alexander Migl, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Land Rover hat ein System patentiert, das Geländewagen bei Sprüngen und harten Landungen unterstützt. Es erkennt Flugphasen und passt die Federung an.

Land Rover hat ein System patentiert, das Geländewagen bei Sprüngen und harten Landungen unterstützen soll. Kern der Entwicklung ist eine Technologie, die erkennt, wenn ein Fahrzeug vollständig abhebt, und die Federung noch vor dem erneuten Aufsetzen der Räder auf den Aufprall vorbereitet.

Den Patentunterlagen zufolge besteht das Konzept aus zwei miteinander verbundenen Elementen. Das erste ist für die Identifizierung eines "Airborne Events" verantwortlich. Die Elektronik analysiert dabei den Federweg, die Änderungsrate dieses Wegs sowie die Nick- und Wankwinkel des Fahrzeugs. Wenn zwei oder mehr Räder den maximalen Federweg erreichen, während die Karosserieparameter bestimmte Grenzwerte überschreiten, registriert das System, dass das Fahrzeug den Bodenkontakt verloren hat.

Der zweite Teil konzentriert sich auf die adaptive Dämpferregelung. Sobald ein Sprung erkannt wird, schaltet die Federung in einen speziellen Modus mit maximaler Kompressionsdämpfung und einer vordefinierten Rebound-Einstellung, die die Aufpralllasten bei der Landung reduzieren soll. Hebt die Vorderachse zuerst ab, stellt das System die hinteren Dämpfer im Voraus ein und bereitet so das Fahrzeug auf die Landung vor.

Vergleichbare Ansätze gibt es im Segment bereits. Der Ford F-150 Raptor etwa nutzt elektronisch gesteuerte FOX-Dämpfer mit dem Live-Valve-System, das der Hersteller als positionsempfindliche Dämpfung beschreibt, die sich dynamisch in Echtzeit an Geländebedingungen und Fahrereingaben anpasst. Eine "Flug"-Logik fürs Gelände findet sich auch in Land Rovers Motorsport-Aktivitäten: Der Dakar-taugliche Defender D7X-R verfügt über einen Flight Mode, der das Drehmoment während der Flugphase anpasst, um Landungen zu stabilisieren und die Belastung des Antriebsstrangs zu verringern.

Ein Zeitplan für die Serienproduktion des neu patentierten Systems von Land Rover wurde nicht bekannt gegeben. Die Dokumente verweisen auf potenzielle Anwendungen in Geländemodellen, einschließlich Fahrzeugen der Defender-Klasse. Sollte die Technologie in die Serienfertigung gelangen, würde sie einen weiteren Schritt in der Entwicklung elektronisch geregelter Federungssysteme darstellen, die sich bereits kontinuierlich an Gelände und Fahrverhalten anpassen.

Ob eine dedizierte Flugerkennung und ein spezieller Landealgorithmus zum Standard in leistungsstarken Geländewagen werden, bleibt abzuwarten. Angesichts des Wettbewerbsumfelds und der eigenen Rallye-Erfahrung der Marke scheint die Richtung mit aktuellen Trends übereinzustimmen – doch erst eine Serienvorstellung würde zeigen, wie weit das Konzept letztlich geht.

Allen Garwin

2026, Feb 22 18:32